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Swiss Policy Research (SPR) ist ein Forschungs- und Informationsprojekt zu geopolitischer Propaganda in Schweizer und internationalen Medien. Im Folgenden finden Sie einige unserer bekanntesten Arbeiten auf einen Blick:

Bei Fragen oder R√ľckmeldungen k√∂nnen Sie die Forschungsgruppe gerne kontaktieren.


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Antikörperwerte Schweiz (Update)

Antikörperwerte in der Schweiz (Corona Immunitas)

Das Schweizer Forschungsprojekt “Corona Immunitas” hat seine neuesten Zahlen zu den Antik√∂rperwerten in der Schweiz pr√§sentiert (siehe Grafik oben). Bis im Sommer hatten in der Region Z√ľrich 3%, in der Region Basel 4%, in der Region Waadt 7%, in der Region Freiburg 8%, und in den Regionen Genf und Tessin 11% Antik√∂rper (IgG) gegen das neue Coronavirus.

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Zensur und Selbstzensur

Zensur und Selbst¬≠zensur bei geo¬≠po¬≠li¬≠tischen Kon¬≠f‚ÄĆlik¬≠ten sind in der Schweiz keines¬≠wegs un¬≠be¬≠kannt, wie ein Blick in die Ge¬≠schichte zeigt.

Um das Land keinen un­nöti­gen Ri­si­ken aus­zu­setzen, muss­ten sich Medien und Buch­ver­lage wäh­rend des 1. und 2. Welt­kriegs und während des Kal­ten Kriegs an einen po­li­tisch definierten Mei­nungs­korri­dor halten, der sich an den welt­wei­ten Kräfte­ver­hält­nissen orientierte.

Durch die Ereignisse von 1990 und 2001 nahm der Druck auf Drittstaaten und ihre Medien wei¬≠ter zu: ¬ĽEntweder mit uns, oder gegen uns.¬ę

Aufgrund der Medien¬≠kon¬≠zen¬≠tration werden in¬≠zwi¬≠schen zudem √ľber 90% des Schwei¬≠zer Mark¬≠tes von nur noch f√ľnf Medien¬≠h√§usern bedient: Tamedia, Ringier, NZZ Medien und AZ Medien, sowie der SRG (siehe Info¬≠grafik).

Eine echte Medienvielfalt entstand mithin erst durch das Internet ‚Äď obschon auch hier bereits diverse Zensurversuche zu beobachten sind.


Die Partnerschaft mit der NATO

Die Schweiz ist nicht Mit¬≠glied in der NATO, trat jedoch 1996 der ¬ĽNATO Partner¬≠ship for Peace¬ę und 1997 dem Euro-Atlan¬≠tischen Par¬≠tner¬≠schafts¬≠rat bei ‚Äď je¬≠weils ohne Volks¬≠ab¬≠stimmung.

Seit¬≠dem kommt das Schweizer Milit√§r im Zuge von NATO-Inter¬≠¬≠ven¬≠¬≠tionen zum Einsatz, so im Kosovo, in Bosnien und in Afgha¬≠ni¬≠stan (ISAF). Auch der Schweizer Nach¬≠richten¬≠dienst (NDB) wird inzwischen von einem General gef√ľhrt, der durch die NATO ausgebildet wurde.

W√ľrden Schweizer Medien trotz NATO-Part¬≠ner¬≠schaft allzu kritisch √ľber Interventionen der US-Allianz berichten, so k√∂nnte dies als ¬Ľfeind¬≠li¬≠che Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da¬ę ge¬≠wer¬≠tet werden ‚Äď was po¬≠li¬≠tisch und √∂konomisch wenig opportun w√§re.

Auf diese Weise ergibt sich eine weitgehend NATO-kon­forme Darstellung von geopolitischen Kon­flik­ten, so in Jugoslawien, Afgha­ni­stan, Irak, Li­by­en, Syrien, Jemen oder der Ukraine.

An wirtschaftlichen Sanktionen muss sich die Schweiz auf Wunsch der USA schon seit 1951 be­tei­li­gen. Jour­na­listen, die diese Ver­letzung der Neu­tra­lität damals kri­ti­sierten, er­hielten 15 Mo­nate Gefäng­nis wegen Landes­verrats.


Die NZZ und das New American Century

2010 schrieb der heutige NZZ-Chef¬≠re¬≠dakteur und vor¬≠ma¬≠lige NZZ-Aus¬≠lands¬≠chef Eric Gujer ein Buch √ľber den War on Terror zu¬≠sammen mit Gary J. Schmitt, dem ehe¬≠ma¬≠li¬≠gen Dir¬≠ektor des Project for the New American Century (PNAC).

PNAC wurde 1997 von f√ľh¬≠ren¬≠den Neo¬≠kon¬≠ser¬≠va¬≠ti¬≠ven ge¬≠gr√ľndet, darunter Dick Cheney. Die Gruppe for¬≠derte die weltweite Pr√§dominanz der USA und anti¬≠zi¬≠pierte be¬≠reits im Jahre 2000 in ei¬≠nem Stra¬≠tegie¬≠¬≠papier ein ¬Ľneues Pearl Harbor¬ę als Legi¬≠ti¬≠ma¬≠tion f√ľr die globale US-Offensive.

NZZ-Chef¬≠redakteur und ¬ĽAtlan¬≠ti¬≠ker¬ę Gujer pf‚ÄĆlegte zudem Kon¬≠takte zu mehreren Ge¬≠heim¬≠dien¬≠s¬≠ten ‚Äď Edward Snow¬≠den ist f√ľr ihn denn auch kein Whistle¬≠blower, sondern ein ¬ĽVer¬≠r√§¬≠ter¬ę.

Vermag die NZZ den¬≠noch ob¬≠jek¬≠tiv √ľber das Welt¬≠ge¬≠sche¬≠hen zu berichten? Diese Frage wur¬≠de im Rah¬≠men der NZZ-Studie untersucht.


SRF: Die Propaganda-Analyse

Das Schweizer Radio und Fern¬≠se¬≠hen (SRF) leistet mit seinen Nach¬≠rich¬≠ten- und In¬≠for¬≠ma¬≠tions¬≠sen¬≠dungen einen wich¬≠tigen Bei¬≠trag zur √∂ffent¬≠lichen Meinungs¬≠bildung in der Schweiz. Doch wie objektiv und kritisch be¬≠rich¬≠tet das SRF √ľber geo¬≠po¬≠li¬≠tische The¬≠men?

Um dies zu √ľber¬≠pr√ľ¬≠fen, wurde erst¬≠mals eine sys¬≠te¬≠ma¬≠tische Ana¬≠lyse der SRF-‚ÄčBe¬≠richt¬≠er¬≠stat¬≠tung zu einem geo¬≠po¬≠li¬≠tisch relevanten Ereig¬≠nis durch¬≠ge¬≠f√ľhrt.

Die Resul­tate sind alar­mie­rend: In allen unter­such­ten Bei­trä­gen des SRF wurden Pro­pa­ganda- und Mani­pu­la­tions­tech­niken auf re­dak­tio­nel­ler, sprach­licher und audio­vi­su­el­ler Ebene fest­ge­stellt.

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Das gew√ľnschte Narrativ

Bei geopolitischen Konflikten bestehen oftmals vordefinierte mediale Narrative. Was geschieht, wenn ein Schweizer Jour¬≠na¬≠list davon abweicht und √ľber die ¬Ľfalschen¬ę Themen be¬≠richtet?

Heute kaum noch vorstellbar, doch mitten im Bosnien¬≠krieg (1992-95) ver√∂ffentlichte der damalige Aus¬≠lands¬≠chef der Welt¬≠woche einen Artikel zu Kriegs¬≠l√ľgen in west¬≠lichen Medien.

Daraufhin geschah Folgendes:

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Die Konferenz

Die gro√üen Schweizer Medien¬≠¬≠h√§user sind in geo¬≠poli¬≠tische Netz¬≠werke ein¬≠ge¬≠bun¬≠den: So nehmen die wichtigsten Schweizer Verleger und Chef¬≠redakteure im Turnus an der j√§hr¬≠lichen Bilderberg-Konferenz teil, wo sie im privaten Rahmen auf die trans¬≠atlan¬≠tische Elite aus Wirt¬≠schaf‚ÄĆt, Politik und Milit√§r treffen.

Teilnehmer seit 1991 (siehe Info­grafik):

Auch der journa¬≠lis¬≠tische Nach¬≠wuchs wird ge¬≠f√∂r¬≠dert: Sowohl der 10vor10-‚ÄčMode¬≠ra¬≠tor des SRF wie auch der NZZ-Korres¬≠pon¬≠dent f√ľr die EU & NATO wurden von der Ameri¬≠can Swiss Foun¬≠da¬≠tion zu ¬ĽYoung Leaders¬ę ernannt ‚Äď und neh¬≠men in dieser Rolle an exklu¬≠siven Dinners mit hoch¬≠rang¬≠igen US-Ver¬≠tre¬≠tern teil.

Foto: Bilder­berg-Meeting 2011 in St. Moritz.


Warum der Tagi nichts verpasst

Ob Ukraine, Syrien oder Chi¬≠na: Der Z√ľrcher Tages-Anzeiger schreibt viele seiner Aus¬≠lands¬≠berichte nicht mehr selbst, sondern bezieht sie im Rah¬≠men einer ¬Ľumfassenden Ko¬≠ope¬≠ra¬≠tion¬ę von der S√ľd¬≠deut¬≠schen Zeitung.

Deren Au√üen¬≠politik¬≠chef z√§hlt indes zu den bekanntesten Trans¬≠at¬≠lan¬≠tikern Deutsch¬≠lands ‚Äď und ent¬≠spre¬≠chend le¬≠sen sich die Arti¬≠kel im Tagi. Aus dem ara¬≠bi¬≠schen Raum berichtet z.B. ein Absol¬≠vent des ameri¬≠ka¬≠ni¬≠schen Arthur-F.-Burns-Fellowship, aus Mos¬≠kau ein Ab¬≠g√§nger der Henri-Nannen-Schule.

√úber den Onlinedienst Newsnet werden Aus¬≠lands¬≠be¬≠rich¬≠te des Tagi zudem an andere Schwei¬≠zer Zei¬≠tungen wei¬≠ter¬≠ge¬≠reicht. Auf diese Weise er¬≠scheinen Beitr√§ge der S√ľd¬≠deutschen Zeitung via Tages¬≠-Anzeiger und Newsnet zu¬≠s√§tz¬≠lich im Berner Bund und der Basler Zeitung.

Seit 2015 ist der Tages¬≠-Anzeiger √ľber¬≠dies Teil der Leading European News¬≠paper Alliance (LENA). Zweck des Ver¬≠bunds ist die “Ent¬≠wick¬≠lung und der Aus¬≠tausch re¬≠dak¬≠tio¬≠neller In¬≠hal¬≠te” mit anderen LENA-‚ÄäMit¬≠glie¬≠dern wie Le Fi¬≠g¬≠aro, Die Welt, El Pa√≠s oder La Re¬≠pub¬≠blica.

Alle diese Zei¬≠tungen sind in das Bilder¬≠berg-Netz¬≠werk ein¬≠ge¬≠bun¬≠den ‚Äď kann es da noch √ľber¬≠raschen, dass auch LENA-‚ÄäRepor¬≠ta¬≠gen zumeist auf trans¬≠at¬≠lan¬≠tischer Linie sind?


Eine Br√ľcke √ľber den Atlantik

Der deutsche Medien¬≠gigant Axel Springer (BILD, Die Welt, etc.) gewinnt auch in der Schweiz zu¬≠neh¬≠mend an Einfluss. Bereits 1999 wurde die Handels¬≠zeitung √ľber¬≠nommen, 2007 folgten u.a. die Bilanz und der Beobachter. 2014 wurde eine umfang¬≠reiche Koope¬≠ration mit Blick-Verleger Ringier publik, und 2015 der Ein¬≠stieg in die Werbe¬≠allianz Admeira mit Ringier, Swiss¬≠com und der SRG.

Als angel¬≠s√§ch¬≠sische Li¬≠zenz¬≠gr√ľn¬≠dung von 1946 ist Axel Springer ‚Äď wie die meisten deutschen Leit¬≠medien ‚Äď bis heute tief in den US-Macht¬≠¬≠struk¬≠turen ver¬≠wur¬≠zelt. So war Konzern¬≠¬≠chef Mathias D√∂pfner Mit¬≠glied im Bei¬≠rat des U.S. Council on Foreign Relations (CFR), und der lang¬≠j√§hrige BILD-‚ÄčChef Kai Diek¬≠¬≠mann ist Vor¬≠stands¬≠mitglied der ame¬≠ri¬≠ka¬≠treuen Atlantik-Br√ľcke, in der viele der bekanntesten Medien¬≠leute Deutsch¬≠lands ver¬≠ei¬≠nigt sind (siehe Infografik).

Springer-Journa¬≠listen sind zudem ver¬≠¬≠trag¬≠¬≠lich ver¬≠pfli¬≠ch¬≠tet, das ¬Ľtrans¬≠at¬≠lantische B√ľndnis¬ę bzw. die ¬ĽSoli¬≠da¬≠rit√§t mit den USA¬ę zu unter¬≠st√ľtzen. So auch der heutige Ver¬≠leger der Welt¬≠woche, der zuvor Chef¬≠re¬≠dakteur von Springers Welt war und den Irak¬≠krieg noch 2004 mit diesen Worten ver¬≠tei¬≠digte:

“Die UNO sch√ľtzt die Welt¬≠ordnung nicht, zu deren H√ľterin sie sich irr¬≠t√ľm¬≠licher¬≠weise erkl√§rt. Sie ist im Gegen¬≠teil das Derivat eines Friedens, den ameri¬≠ka¬≠nische Truppen sichern”, weshalb “Europa auf die USA als hege¬≠mon¬≠ialer H√ľter der west¬≠lichen ‘Welt¬≠gewalt¬≠ordnung’ nicht ver¬≠zichten kann”.


Die NZZ-Studie

Die Neue Z√ľrcher Zeitung ist das Flagg¬≠schiff unter den Schweizer Tages¬≠zei¬≠tungen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ √ľber geo¬≠politische Konf‚ÄĆlikte?

Um dies zu be­ant­worten, wurde die Bericht­erstattung der NZZ zur Ukraine-Krise und zum Syrien­krieg während je eines Monats unter­sucht. Die Ergebnisse sind eindeutig.

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Abschied von USA-Kritikern

Februar 2012: Der US-kritische Banquier Konrad Hummler muss nach nur einem Jahr im Amt als NZZ-Pr√§si¬≠dent zur√ľck¬≠treten. Seine Privatbank Wegelin wurde von den USA an¬≠ge¬≠klagt und zerschlagen.

F√ľr Schweizer Banken wie Journalisten war dies ein kaum √ľber¬≠h√∂r¬≠ba¬≠rer ¬ĽWeck¬≠ruf¬ę (O-Ton NZZ). Denn Hummler hatte nicht nur bank¬≠politisch, sondern auch publi¬≠zistisch die ¬Ľrote Linie¬ę √ľber¬≠schritten, als er sich in einem viel¬≠beachteten An¬≠la¬≠ge¬≠kom¬≠men¬≠tar mit dras¬≠ti¬≠schen Worten zur Po¬≠li¬≠tik der USA √§u√üerte und einen ¬ĽAbschied von Amerika¬ę forderte.

Viele Schwei¬≠zer Banken und Konzerne ‚Äď und da¬≠mit Ar¬≠beits¬≠pl√§tze, Steuer- und Werbe¬≠ein¬≠nah¬≠men ‚Äď h√§n¬≠gen vom Good¬≠will der USA ab. Ob Schweizer Ver¬≠le¬≠ger und Chef¬≠re¬≠dak¬≠teure diesen aufs Spiel setzen wollen?


Der Propaganda-Multiplikator

Es ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Medien¬≠systems ‚Äď und dennoch in der √Ėf‚ÄĆfent¬≠lich¬≠keit nahezu unbekannt: Der gr√∂√üte Teil der inter¬≠na¬≠tio¬≠nalen Nach¬≠rich¬≠ten in all unseren Medien stammt von nur drei glo¬≠balen Nach¬≠rich¬≠ten¬≠agen¬≠turen aus¬†New York, London und Paris.

Die Schl√ľssel¬≠rolle dieser Agen¬≠turen be¬≠wirkt, dass west¬≠liche Medien zu¬≠meist √ľber die glei¬≠chen The¬≠men be¬≠richten und dabei sogar oftmals dieselben For¬≠mu¬≠lie¬≠rungen ver¬≠wenden.

Zu¬≠dem nutzen Re¬≠gie¬≠rungen, Mi¬≠li¬≠t√§rs und Ge¬≠heim¬≠dienste die glo¬≠balen Agen¬≠turen als Mul¬≠ti¬≠pli¬≠kator f√ľr die welt¬≠weite Ver¬≠brei¬≠tung ihrer Bot¬≠schaf‚ÄĆten. Die trans¬≠at¬≠lan¬≠tische Ver¬≠netzung der eta¬≠blier¬≠ten Medien ge¬≠w√§hr¬≠leis¬≠tet da¬≠bei, dass die ge¬≠w√ľn¬≠schte Sicht¬≠weise kaum hin¬≠ter¬≠fragt wird.

Eine Unter¬≠suchung der Syrien-Bericht¬≠er¬≠stat¬≠tung von je drei f√ľh¬≠ren¬≠den Tages¬≠zei¬≠tungen aus Deutsch¬≠land, √Ėster¬≠reich und der Schweiz illus¬≠triert diese Ef‚ÄĆfekte deutlich.

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Das gew√ľnschte Narrativ II

Im Dezember 2015 publi­zierte das News­portal Watson (AZ Medien) einen Artikel des lang­jährigen Tages­schau-Kor­res­pon­denten Hel­mut Sche­­ben zum Syrien­krieg. Scheben stellte den Krieg in einen geo­po­li­tischen Kontext und kri­ti­sierte die westliche Be­richt­er­stattung als einseitig und ma­ni­pu­la­tiv.

Der Artikel un­ter­schied sich deutlich von anderen Aus­lands­bei­trägen auf Watson, die meist vom deutsch-transatlantischen Content Partner Spiegel Online geliefert werden.

Keine zwei Tage sp√§ter ver√∂ffentlichte Watson jedoch einen aufgebrachten R√ľckruf, in dem sich das Portal vom Artikel distanzierte und Helmut Scheben w√ľst beschimpfte: Man sei auf einen “Putin-Troll” herein¬≠ge¬≠fallen, der wo¬≠m√∂glich in der “russischen Propaganda-Maschinerie” mit¬≠wirke. Auch Leser, die sich positiv zum ur¬≠spr√ľng¬≠lichen Artikel ge√§u√üert hatten, wurden als ¬ĽTrolle¬ę verun¬≠glimpft.

Wer oder was hat wohl hinter den Kulissen zu dieser selt¬≠samen Reak¬≠tion gef√ľhrt? Jeden¬≠falls wurde den hiesigen Journa¬≠listen damit einmal mehr in Er¬≠in¬≠nerung gerufen: Wer sich in der Schweiz nicht an das ge¬≠w√ľnschte Nar¬≠ra¬≠tiv h√§lt, ris¬≠kiert Ruf und Karriere.


Propaganda im Staatsauftrag?

Von den √∂f‚ÄĆfentlichen Rund¬≠funk¬≠an¬≠stalten er¬≠war¬≠tet das Pu¬≠bli¬≠kum eine aus¬≠ge¬≠wogene Bericht¬≠er¬≠stattung. Doch of‚ÄĆt ist ge¬≠rade dort der politische Druck be¬≠sonders hoch, sich an das trans¬≠at¬≠lan¬≠tische Narra¬≠tiv zu halten.

So haben Mitarbeiter der ARD gem√§√ü internen Memos Weisung, bei geo¬≠po¬≠li¬≠tischen Kon¬≠f‚ÄĆlik¬≠ten ¬Ľwest¬≠liche Posi¬≠tionen zu ver¬≠tei¬≠di¬≠gen¬ę, ver¬≠trau¬≠liche Sprach¬≠¬≠re¬≠¬≠ge¬≠lungen zu be¬≠fol¬≠gen und aus¬≠¬≠schlie√ü¬≠¬≠lich konforme Quellen zu ver¬≠wen¬≠den.

Beim ZDF machte der ehe¬≠ma¬≠lige Chef¬≠re¬≠dakteur publik, dass Bei¬≠tr√§ge zu US-Kriegen poli¬≠tisch be¬≠ein¬≠f‚ÄĆ‚ÄĆlusst werden. Nahost-Kor¬≠res¬≠pon¬≠dent Ulrich Tilgner be¬≠klagte re¬≠dak¬≠tio¬≠nelle Ein¬≠grif‚ÄĆfe aufgrund von ¬ĽB√ľnd¬≠nis¬≠r√ľck¬≠sich¬≠ten¬ę, und der vormalige Leiter des ZDF-Studios Bonn be¬≠st√§¬≠tig¬≠te ¬ĽAn¬≠wei¬≠sungen von oben¬ę und eine ¬Ľfrei¬≠willige Gleich¬≠schal¬≠tung¬ę der Jour¬≠na¬≠lis¬≠ten.

Auch das SRF verwendet diverse Mani¬≠pu¬≠lations¬≠tech¬≠niken zugunsten der Konflikt¬≠partei USA & NATO und thematisiert Propaganda stets nur auf der Gegenseite. Selbst vor dem Einsatz sub¬≠tiler Grusel¬≠musik in den Nach¬≠rich¬≠ten schreckt das SRF nicht zur√ľck, um Gegner der US-Allianz zu d√§mo¬≠ni¬≠sieren.

Programmbe¬≠schwer¬≠den sind indes chan¬≠cen¬≠los, denn: Beitr√§ge zu inter¬≠na¬≠tio¬≠nalen Kon¬≠flik¬≠ten m√ľssten “weder neutral noch ausgewogen” sein, und “die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die dem SRF vor¬≠wer¬≠fen, ein¬≠sei¬≠tig der US- und Nato-Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da zu er¬≠lie¬≠gen, be¬≠trei¬≠ben ihrer¬≠seits das Ge¬≠sch√§f‚ÄĆt der russischen Pro¬≠pa¬≠ganda” ‚Äď so die erstaun¬≠liche Ar¬≠gu¬≠men¬≠ta¬≠tion der Om¬≠buds¬≠stelle.


Der Korrespondent

Wie wird man Kor¬≠res¬≠pon¬≠dent beim Schwei¬≠zer Radio und Fern¬≠sehen? Fredy Gsteiger muss es wissen: Er ist stv. Chef¬≠redakteur, Auslands¬≠chef und diplo¬≠ma¬≠tischer Korres¬≠pon¬≠dent des Schwei¬≠zer Radios SRF. In dieser Funktion be¬≠richtet er etwa √ľber die UNO, NATO und EU ‚Äď und damit z.B. auch √ľber Russ¬≠land-Sanktionen und die Genfer Syrien-Ver¬≠hand¬≠lungen.

Gsteiger begann seine journa¬≠lis¬≠tische Lauf¬≠bahn Ende der 80er Jahre als Nahost-Redakteur bei der deutsch-trans¬≠atlan¬≠tischen Wochen¬≠zeitung Die Zeit. Die Schwei¬≠zer Neutra¬≠lit√§t war f√ľr ihn schon vor dem Ersten Irak¬≠krieg 1991 ein ¬ĽKonzept von gestern¬ę, wirt¬≠schaft¬≠liche Neutralit√§t ohnehin ¬Ľg√§nz¬≠lich √ľber¬≠holt¬ę. Von 1997 bis 2001 war Gsteiger dann Chef¬≠redakteur bei der Welt¬≠woche. Unter seiner Leitung trat das Blatt ¬Ľf√ľr den Bei¬≠tritt der Schweiz zur NATO¬ę ein, wie er in seinem Abschieds¬≠artikel schrieb.

Damit kam Gsteiger 2002 zum Schweizer Radio. Be¬≠schwer¬≠den √ľber eine ein¬≠sei¬≠tige Be¬≠richt¬≠er¬≠stattung wurden von der Ombuds¬≠stelle mehr¬≠fach abge¬≠lehnt. Und so be¬≠tont Gsteiger auch heute noch die ¬Ľvielen Koope¬≠ra¬≠tions¬≠m√∂glich¬≠keiten¬ę mit der NATO; be¬≠dauert, dass die Russ¬≠land-Sanktionen nicht ver¬≠sch√§rft werden; und wei√ü genau, wer in Syrien der B√∂se¬≠wicht ist.

Update: 2019 erh√§lt das SRF eine neue Russland-Korrespondentin ‚Äď die zuvor beim amerikanischen Radio Free Europe arbeitete. (Foto oben: Gsteiger 2014 auf einer Jour¬≠na¬≠¬≠listen-‚ÄčTour der US NATO-Mission.)


Der Kriegsreporter

Wie wird man in den Schweizer Medien zum ¬ĽNahost-Experten¬ę? Kurt Pelda muss es wissen: Von der Welt¬≠woche bis zum Schwei¬≠zer Fern¬≠se¬≠hen ist er der Mann, der die Ereig¬≠nisse in Sy¬≠ri¬≠en und Irak f√ľr das Publi¬≠kum ¬Ľein¬≠ord¬≠nen¬ę darf.

Pelda be¬≠glei¬≠tete schon in den 80er Jahren als junger Journa¬≠list die Mudschahedin im von den USA lancier¬≠ten Krieg gegen die afgha¬≠nische Regie¬≠rung, die mit Moskau verb√ľn¬≠det war. Nach Sta¬≠tionen bei der Financial Times und der NZZ bereist er heute als freier Journa¬≠list erneut Kriegs¬≠ge¬≠biete ‚Äď wie damals meist nur auf Seiten der US-unter¬≠st√ľtzten Milizen.

Ist diese Ein¬≠seitig¬≠keit ein Pro¬≠blem? Nicht f√ľr Pelda, denn er sei schlie√ü¬≠lich ‚Äď so erkl√§rte er in einem Interview ‚Äď ein ¬ĽMei¬≠nungs¬≠jour¬≠na¬≠list¬ę und ¬Ľkein objek¬≠ti¬≠ver Be¬≠obach¬≠ter¬ę, wes¬≠wegen Neutra¬≠li¬≠t√§t f√ľr ihn ¬Ľkeine Option¬ę ist; viel¬≠mehr gehe es ihm um ¬Ľgute Ge¬≠schich¬≠ten¬ę, f√ľr die die Medien zu zahlen be¬≠reit sind. Wer in diesen Ge¬≠schich¬≠ten die Guten sind ‚Äď und wer die B√∂sen ‚Äď d√ľrf‚ÄĆte dabei niemanden √ľber¬≠raschen.

Mit diesem Ansatz wurde Pelda 2014 zum ¬ĽJour¬≠na¬≠list des Jahres¬ę gek√ľrt. Andere Nahost-Ken¬≠ner, denen Objek¬≠ti¬≠vi¬≠t√§t und Neutra¬≠lit√§t wich¬≠ti¬≠ger sind als eine ¬Ľgute Ge¬≠schichte¬ę, kommen in Schwei¬≠zer Medien indes kaum noch zu Wort. Statt ¬Ľein¬≠ge¬≠ordnet¬ę wurde hier ‚Äď aus¬≠sor¬≠tiert.

Foto oben: Pelda in Syrien. (TW)


Idée suisse

Gro√ü war der Auf¬≠schrei in den Schweizer Medien, als Polen 2016 ein neues Medien¬≠ge¬≠setz erlie√ü, welches die Er¬≠nennung von Di¬≠rek¬≠toren des √∂ffent¬≠lichen Rundfunks der Regierung √ľbertrug. Doch wie un¬≠ab¬≠h√§ngig sind die √∂ffentlichen Medien in der Schweiz?

Die Realit√§t ist er¬≠n√ľch¬≠ternd: Obschon die Schwei¬≠ze¬≠rische Radio- und Fern¬≠seh¬≠ge¬≠sell¬≠schaft (SRG) gerne betont, dass sie als privater Verein orga¬≠ni¬≠siert ist, definiert der Bundesrat nicht nur die Sendekonzession, sondern ernennt auch meh¬≠rere Ver¬≠wal¬≠tungs¬≠rats¬≠mit¬≠glieder sowie alle Mit¬≠glieder der obersten Pro¬≠gramm¬≠auf¬≠sicht UBI.

Selbst der SRG-Pr√§si¬≠dent wurde bis 2012 offiziell von der Landesregierung be¬≠stimmt. Seit¬≠her kommt ein un¬≠durch¬≠sich¬≠tiges Pro¬≠ce¬≠dere zum Ein¬≠satz, bei dem das Minis¬≠terium vorab √ľber die Kan¬≠di¬≠daten ¬Ľinfor¬≠miert¬ę wird. Dabei wurde das An¬≠for¬≠de¬≠rungs¬≠profil sowohl bei der Wahl des General¬≠di¬≠rektors 2010 wie auch bei der Wahl des Pr√§¬≠si¬≠denten 2016 noch w√§hrend des Ver¬≠fahrens ange¬≠passt ‚Äď und in beiden F√§llen letzt¬≠lich ein ¬ĽWunsch¬≠kan¬≠di¬≠dat¬ę des am¬≠tie¬≠renden Medien¬≠mi¬≠nis¬≠ters gew√§hlt.

Update: Auch die neue SRF-Direktorin wurde 2018 in einem erstaunlich intransparenten Ver­fah­ren bestimmt.


Die SRF-Rundschau hinterfragt

Die Rundschau ist das bekannteste Polit¬≠ma¬≠ga¬≠zin des Schweizer Fernsehens. Sie m√∂chte ¬Ľdie M√§chtigen hinterfragen¬ę ‚Äď doch geht’s um Geo¬≠po¬≠litik, so steht sie meist selbst auf deren Seite.

W√§hrend die ¬ĽBombenh√∂lle¬ę Aleppo ¬Ľf√§llt¬ę, wird Mossul ¬Ľbefreit¬ę ‚Äď von einem Familien¬≠vater, der gerne ¬ĽUS-Popmusik¬ę h√∂rt.

Vom ¬ĽGiftgasangriff¬ę bei Ghouta berichtet der ¬ĽAugen¬≠zeuge¬ę einer ¬ĽHilfs¬≠organisation¬ę ‚Äď wer diese finanziert, verr√§t die Rundschau nicht.

Beim ¬ĽVergessenen Krieg¬ę im Jemen werden prompt die saudischen Luftangriffe ¬Ľvergessen¬ę ‚Äď und deren westliche Unterst√ľtzung ebenso.

Putin indes hege ¬ĽExpansionsgel√ľste¬ę und f√ľh¬≠re einen ¬ĽInformationskrieg¬ę, seine Angriffe auf den Westen seien bereits ¬Ľmehrfach be¬≠legt¬ę ‚Äď doch statt Fakten folgen finstere Sound¬≠effekte.

Schon der Gr√ľnder der Rundschau und sp√§tere Leiter der Tagesschau nahm an der Konferenz der trans¬≠atlantischen Elite teil ‚Äď ob man dort lernt, die M√§chtigen zu hinterfragen?


Der Schweizer Presserat

Der Schweizer Presse¬≠rat nimmt Be¬≠schwer¬≠den zu Me¬≠dien¬≠be¬≠rich¬≠ten ent¬≠ge¬≠gen und pr√ľft, ob die Beitr√§ge seinen Richt¬≠linien ent¬≠spre¬≠chen.

Aller¬≠dings besteht das Gre¬≠mium selbst aus 15 Jour¬≠na¬≠listen und nur sechs Pub¬≠li¬≠kums¬≠ver¬≠tre¬≠tern ‚Äď und auch diese werden von einem Stif‚ÄƬ≠tungs¬≠rat er¬≠nannt, der g√§nz¬≠lich von Medien¬≠orga¬≠ni¬≠sa¬≠tionen kon¬≠trol¬≠liert wird.

Das Resultat ist naheliegend. Im Som¬≠mer 2014 wurde etwa eine Be¬≠schwerde gegen die no¬≠to¬≠risch ein¬≠sei¬≠tige Ukraine-Bericht¬≠er¬≠stattung der NZZ ein¬≠ge¬≠legt. Ganze zwei Jahre sp√§ter kam der Presse¬≠rat zu seinem Verdikt: Die Rich¬≠tig¬≠keit der NZZ-‚ÄäDar¬≠stel¬≠lung stehe ¬Ľau√üer Frage¬ę, denn auf ¬Ľamt¬≠liche Ver¬≠laut¬≠ba¬≠rungen und Agen¬≠tur¬≠mel¬≠dungen¬ę sei ¬ĽVerlass¬ę, w√§hrend russische Quel¬≠len weder glaub¬≠haf‚ÄĆt noch erforderlich w√§ren; Kom¬≠men¬≠tare m√ľss¬≠ten nicht auf Fak¬≠ten ba¬≠sie¬≠ren, Ge¬≠gen¬≠mei¬≠nungen ein¬≠zu¬≠holen sei ¬Ľun¬≠√ľb¬≠lich¬ę, und an den Aus¬≠f√ľh¬≠rungen der NZZ zu ¬ĽKreml-‚ÄäTrollen¬ę sei ¬Ľnicht zu zwei¬≠feln¬ę. Be¬≠schwerde ab¬≠ge¬≠lehnt.

Pikant: Einige der be¬≠ur¬≠teil¬≠ten Ar¬≠tikel stam¬≠mten von einem NZZ-Redak¬≠teur, der selbst im Stif‚ÄƬ≠tungs¬≠rat des Gremiums sitzt ‚Äď und inzwischen wurde der damalige NZZ-Chef gar zu dessen Pr√§¬≠si¬≠denten ernannt. Beim Presse¬≠rat nennt man dies ¬ĽSelbst¬≠re¬≠gu¬≠lierung¬ę…


Die Vertrauensfrage

Das Forschungs¬≠institut f√ľr √Ėf¬≠fent¬≠lich¬≠¬≠keit und Gesell¬≠schaft der Uni¬≠ver¬≠sit√§t Z√ľrich publi¬≠ziert all¬≠j√§hr¬≠lich das ¬ĽJahr¬≠buch Qualit√§t der Medien¬ę. 2016 ver¬≠mel¬≠dete das In¬≠sti¬≠tut, das Ver¬≠trau¬≠en in die Schwei¬≠zer Me¬≠dien sei ¬Ľweiter¬≠hin hoch¬ę ‚Äď so das Er¬≠geb¬≠nis eines L√§nder¬≠ver¬≠gleichs in Zu¬≠sam¬≠men¬≠ar¬≠beit mit dem Reu¬≠ters Insti¬≠tute.

Doch wie hoch ist das Vertrauen in die Schweizer Medien nun wirklich? Dazu findet man in der Mit¬≠tei¬≠lung des Instituts keine An¬≠ga¬≠ben. Und auch die Zei¬≠tungs¬≠be¬≠richte zur Studie er¬≠w√§h¬≠nen diese wich¬≠tige Kenn¬≠zahl nicht. Aus gutem Grund ‚Äď denn die Resultate sind er¬≠sch√ľt¬≠ternd.

Demnach halten nur noch 50% der Schwei¬≠zer Be¬≠v√∂l¬≠ke¬≠rung die Nach¬≠rich¬≠ten f√ľr glaub¬≠w√ľrdig. Das Ver¬≠trauen in die Medien¬≠unter¬≠nehmen und in die Jour¬≠na¬≠listen liegt mit 39% bzw. 35% sogar noch tiefer. Mit anderen Worten: Rund zwei Drittel der Schweizer Be¬≠v√∂l¬≠ke¬≠rung ver¬≠traut den ei¬≠ge¬≠nen Jour¬≠na¬≠listen nicht mehr.

Dennoch glaubt das For¬≠schungs¬≠in¬≠sti¬≠tut ‚Äď das u.a. vom Bundes¬≠amt f√ľr Kom¬≠mu¬≠ni¬≠ka¬≠tion finanziert wird ‚Äď die Nutzung tra¬≠di¬≠tio¬≠neller und ins¬≠b. √∂ffent¬≠licher Medien w√ľrde das Ver¬≠trauen ins Medien¬≠system ¬Ľf√∂r¬≠dern¬ę. Die Da¬≠ten zei¬≠gen je¬≠doch nur, dass regel¬≠m√§√üige Kon¬≠su¬≠menten die¬≠ser Me¬≠dien we¬≠ni¬≠ger kri¬≠tisch sind ‚Äď und ihre An¬≠zahl immer ge¬≠ringer wird.

Update: 2017 sank das Medienvertrauen auf 46%. Die Werte bzgl. Journalisten und Unter¬≠neh¬≠men wurden nicht mehr erhoben. Gem√§√ü F√ĖG war das Vertrauen ¬Ľweiterhin hoch¬ę.


Die Angst vor den Lesern

Weil Propaganda von kritischen Lesern immer √∂fter und schneller entlarvt wird, sind viele Medien dazu √ľber¬≠ge¬≠gangen, die Kommentar¬≠funktion auf ihren Inter¬≠net¬≠¬≠seiten stark zu zensieren oder ganz zu deaktivieren. Zuletzt griff selbst die vermeintlich liberale NZZ zu dieser Ma√ünahme.

Schlie√ülich versuchten die ertappten Medien, die kri¬≠ti¬≠schen Leser als Trolle dar¬≠zu¬≠stellen, die wom√∂glich von aus¬≠l√§n¬≠dischen Re¬≠gie¬≠rungen f√ľrs Kom¬≠men¬≠tieren bezahlt w√ľrden. Be¬≠lege da¬≠f√ľr blie¬≠ben aus, und inhaltlich wurde auf die Leser¬≠kritik ohnehin nicht ein¬≠ge¬≠gangen.

Doch nicht nur von den Medien, auch im Online-Lexikon Wikipedia werden die Leser an der freien Meinungs¬≠bil¬≠dung gehindert: Hier sorgt eine kleine Gruppe anonymer ¬ĽAdminis¬≠tra¬≠toren¬ę daf√ľr, dass bei geo¬≠po¬≠li¬≠tisch brisanten Themen ab¬≠wei¬≠chende Positionen gel√∂scht, Autoren gesperrt und kritische Forscher diffamiert werden (siehe Vertiefungsstudie).


Der Chefredakteur und die CIA

Die klandestine Zu­sam­men­arbeit west­licher Geheim­dienste mit Medien, Think Tanks und NGOs ist seit langem bekannt und vielfach doku­men­tiert.

Wie eng und um¬≠fas¬≠send bisweilen selbst f√ľh¬≠ren¬≠de deutsch¬≠spra¬≠chige Jour¬≠na¬≠listen mit den Ge¬≠heim¬≠diens¬≠ten kooperieren, dies zeigt bei¬≠spiel¬≠haft der Fall von Otto Schul¬≠meister.

Schul¬≠meister war lang¬≠j√§h¬≠riger Chef¬≠re¬≠dak¬≠teur der Presse, einer der gr√∂√ü¬≠ten und tra¬≠di¬≠tions¬≠reich¬≠sten Tages¬≠¬≠zeitungen √Ėster¬≠reichs. 2009 wurde sein ehemaliges CIA-Dossier publik ‚Äď mit bemerkenswerten Einzel¬≠heiten zur ver¬≠deckten Kol¬≠la¬≠bo¬≠ration:

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Die Grenzen der Pressefreiheit

Der Schweizer Presseclub in Genf genie√üt einen ausgezeichneten Ruf: Seit seiner Gr√ľndung hat er √ľber zweitausend Anl√§sse mit illustren Rednern von Fidel Castro bis Henry Kissinger und von Jean Ziegler bis Klaus Schwab organisiert.

Doch f√ľr Ende November 2017 war ein Vortrag angek√ľndigt, der sich kritisch mit den in west¬≠li¬≠chen Medien popul√§ren Syrischen Wei√ü¬≠helmen befassen wollte. Daraufhin geschah Folgendes:

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Anschlag auf die Forschungsfreiheit

So ergeht es US-kritischen Forschern in der Schweiz: Der Historiker Dr. Daniele Ganser geriet 2006 nach einer √∂ffentlichen Inter¬≠vention der amerika¬≠nischen Bot¬≠schaf¬≠terin unter Druck und musste seine Forschung an der ETH Z√ľrich schlie√ülich aufgeben.

Ganser forschte zu ver¬≠deckter Kriegs¬≠f√ľhrung und ins¬≠ze¬≠nier¬≠tem Terror durch die NATO im Kalten Krieg sowie zu den An¬≠schl√§gen vom 11. September 2001 (s. Artikel im ETH-Magazin).

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Propaganda in der Wikipedia

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist ein integraler Bestandteil des transatlantischen Medien- und Informationssystems. In der folgenden Analyse werden zentrale Aspekte ihrer Organisationsstruktur, Funktionsweise und Manipulation dargestellt.

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Medienaufsicht im Faktencheck

Die Ombudsstelle des SRF ist die erste Anlaufstelle f√ľr Programm¬≠be¬≠schwerden des Publi¬≠kums. Doch wie un¬≠vor¬≠ein¬≠ge¬≠nommen und objektiv behandelt sie Beschwerden zu geo¬≠po¬≠li¬≠tischen Themen?

Um dies zu √ľber¬≠pr√ľfen, wurden w√§hrend eines halben Jahres alle Schluss¬≠be¬≠richte zum Syrien¬≠kon¬≠flikt einem Fakten¬≠check unter¬≠zogen. Die Resul¬≠tate sind bedenk¬≠lich.

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Der Absturz: Swissair 111

Es ist die gr√∂√üte Katastrophe der Schweizer Luft¬≠fahrt¬≠geschichte: Am 2. September 1998 st√ľrzte der Swissair-Flug 111 von New York nach Genf mit 229 Menschen an Bord beim kanadischen Halifax in den Atlantik. Die Ab¬≠sturz¬≠ursache wur¬≠de bis heute nicht √ľberzeugend aufgekl√§rt. Doch f√ľr Schweizer Medien ist der Fall ein Tabu.

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Der Atlantic Council

Der Atlantic Council ist bekannt f√ľr sein En¬≠ga¬≠ge¬≠ment gegen NATO-kritische ¬ĽDes¬≠in¬≠for¬≠ma¬≠tion¬ę, seine Kooperation mit Facebook, die zur L√∂¬≠schung diverser Seiten f√ľhrte, sowie seine Ein¬≠wir¬≠kungen auf die eu¬≠ro¬≠p√§¬≠ische Au√üen¬≠politik. Doch wer ist der Atlantic Council?

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Die WOZ und die Weltpolitik

¬ĽLinksalternativ¬ę und doch NATO-konform? Die WOZ zeigt wie‚Äôs geht: In Syrien etwa h√§tten ein paar Graffiti¬≠sprayer eine marxis¬≠tisch ange¬≠hauchte ¬ĽRevo¬≠lution¬ę junger Idealisten und frommer Gottes¬≠krieger ausgel√∂st, w√§hrend ¬Ľdas Regime¬ę einen Krieg vom Zaun brach und mit ¬ĽFass¬≠bomben¬ę Kranken¬≠h√§user bombar¬≠dierte, sodass selbst eine NATO-Inter¬≠vention ¬Ľdas kleinere √úbel¬ę sei.

NATO-Kritiker Ganser hingegen biete eine ¬ĽPlattform f√ľr rechte Ver¬≠schw√∂¬≠rungs¬≠theo¬≠retiker¬ę, und Wiki¬≠leaks ‚Äď an der Nieder¬≠lage Clintons mitschuldig ‚Äď produziere ¬Ľalter¬≠native Fakten¬ę f√ľr die ¬ĽNeurechten¬ę. Auch vor ¬Ľalter¬≠na¬≠tiven Medien¬ę wird gewarnt: Diese ¬Ľbedienen unverbl√ľmt Ver¬≠schw√∂rungs¬≠theorien oder ver¬≠breiten rechte Propaganda¬ę.

Wer die Global¬≠isierung unvor¬≠sichtig kriti¬≠siert, sei wom√∂glich ein verkappter ¬ĽRechts¬≠nationa¬≠list¬ę, und bei der Wachs¬≠tums¬≠politik des IWF d√ľrfe man ¬Ľnicht zu dogma¬≠tisch sein¬ę, denn es gelte, ¬Ľden Kapita¬≠lismus vor der Rechten zu retten¬ę. Selbst die Schweizer Neutra¬≠lit√§t ist irgendwie ¬Ľrechts¬ę.

Medien­historisch erinnert die WOZ damit ein wenig an jene CIA-finanzierten Publika­tionen, die während des Kalten Krieges die potentiell kritische Linke auf US-Kurs zu bringen versuchten. Und offenbar wird geo­poli­tische Konfor­mität auch heute noch honoriert: Etwa mit ganz­seitigen Farb­inseraten von Amnesty Inter­national, die in der WOZ den Sturz von Washingtons Feinden bewerben.


Was ist Medienqualität?

2018 wurde die zweite Ausgabe des Schweizer Medien­qualitäts­rankings vorgestellt. Zuoberst fanden sich erneut die NZZ sowie einige SRF-Nach­rich­ten­for­mate. Stehen diese Resultate im Widerspruch zu unseren Untersuchungen, wonach gerade jene Medien eine besonders hohe Propaganda-Intensität aufweisen?

Keineswegs, denn das Qualit√§tsranking basiert auf rein formalen Kriterien wie Relevanz, Aktualit√§t und Professionalit√§t ‚Äď woraus sich im Endeffekt eine weitgehend triviale Sortierung der Medien von boulevardesk bis bildungs¬≠b√ľrger¬≠lich ergibt. Wer √ľber den Syrienkrieg statt √ľber Superstars berichtet und dazu noch den Experten vom NATO-Thinktank befragt, der schwingt im Ranking schon oben aus.

Das Qualit√§tsranking ist gut gemeint, die Autoren sorgen sich um den √∂konomisch bedingten Niedergang der klassischen Medien und die Auswirkungen auf das Staatswesen. Doch f√ľr den kritischen Leser gen√ľgt ein solch formaler Ansatz l√§ngst nicht mehr ‚Äď denn gefragt ist wahrhaftiger Journalismus, und nicht blo√ü Manipulation auf hohem Niveau.


Die Propaganda-Matrix

Ob Russland, Syrien oder Donald Trump: Um die geopolitische Bericht¬≠erstattung westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schl√ľssel¬≠rolle des amerikanischen Council on Foreign Relations (CFR) kennen.

In der folgenden Studie wird erstmals dargestellt, wie der CFR einen in sich weitgehend geschlossenen, trans­atlantischen Informations­­kreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugs­punkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partner­­organisationen kontrolliert werden.

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informations¬≠¬≠matrix, die klassischer Regierungs¬≠propaganda autorit√§rer Staaten deutlich √ľberlegen ist, indes durch den Erfolg unabh√§ngiger Medien zunehmend an Wirksamkeit verliert.

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Trump, Medien, Geopolitik

Die folgende Analyse widmet sich der Frage, wie sich die auf¬≠fallend negative Bericht¬≠er¬≠stattung der tra¬≠di¬≠tio¬≠nellen west¬≠lichen Medien √ľber die Trump-Pr√§¬≠si¬≠dent¬≠schaft schl√ľssig er¬≠kl√§ren l√§sst.

Dabei zeigt sich, dass keine der √ľbli¬≠chen Er¬≠kl√§¬≠rungen ‚Äď die angeb¬≠liche In¬≠kom¬≠petenz Trumps, eine an¬≠geb¬≠liche ¬ĽLinks¬≠las¬≠tig¬≠keit¬ę der Medien, Ein¬≠schalt¬≠quoten oder Par¬≠ti¬≠ku¬≠lar¬≠inte¬≠ressen ein¬≠fluss¬≠reicher Lobbys ‚Äď stich¬≠haltig ist.

Vielmehr d√ľrfte die negative Bericht¬≠erstattung auf geostra¬≠tegische Aspekte und die (bedrohte) Rolle des Council on Foreign Relations als oberstes geopolitisches Gremium der Vereinigten Staaten zur√ľck¬≠¬≠zu¬≠f√ľhren sein.

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Medien in Deutschland

Deutsche Medien und Journalisten sind aus historischen Gr√ľnden besonders eng in trans¬≠at¬≠lan¬≠tische Netz¬≠werke eingebunden. Die folgende Info¬≠grafik gibt einen √úber¬≠blick √ľber die wich¬≠tigsten Akteure und Ver¬≠bindungen.

Auch die Schweiz ist von diesem Netzwerk tangiert: etwa durch hiesige Marktanteile, diverse Kooperationen, sowie Interventionen bei nicht-konformer Berichterstattung.

Medien in Deutschland
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Leserbriefe

¬ĽIch habe 5 Jahre auf einer renom¬≠mier¬≠ten Schweizer Nachrichten¬≠redaktion ge¬≠ar¬≠bei¬≠tet. Es ist das erste Mal, dass ich eine so umfassende Arbeit zum Thema sehe. Konnte noch nicht alles lesen, aber das, was ich gelesen habe, deckt sich mit meiner Erfahrung und Wahr¬≠nehmung.¬ę

¬ĽIch hatte selbst in den 80er Jahren bei der NZZ gearbeitet. Damals eine Auszeichnung. Heute leider so wie von Ihnen beschrieben.¬ę

¬ĽGanz herzliche Gratulation zu eurer sehr infor¬≠ma¬≠tiven Seite. So etwas hat f√ľr die Schweiz noch gefehlt. Freue mich schon auf weitere Beitr√§ge!¬ę

Zu den Leserbriefen ‚Üí


Medienspiegel

Als eines der bekanntesten medien­kritischen Forschungs­projekte werden unsere Arbeiten zunehmend auch von tradi­tio­nellen und neuen Medien rezipiert.

Im Folgenden findet sich ein fort­laufend aktuali­sierter Medien­spiegel mit den wich­tig­sten Beiträgen und Übersetzungen.

Zum Medienspiegel ‚Üí


Das Forschungsprojekt

Swiss Policy Research (SPR) ist ein Forschungs- und Infor­ma­tions­projekt zu geo­po­li­tischer Pro­pa­ganda in Schweizer Medien.

Sämtliche Studien und Bei­träge wurden von einer po­li­tisch und pu­bli­zis­tisch un­ab­hän­gigen For­schungs­gruppe ohne Beauf­tra­gung oder Fremd­finan­zierung er­­stellt.

Das Forschungsprojekt wurde 2016 lanciert und zählt inzwischen zu den bekanntesten Publi­ka­tionen auf diesem Gebiet.

Hier können Sie uns kon­­tak­tieren.


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