Geopolitik und Pädokriminalität

Januar 2019; Aktualisiert: September 2019

Der folgende Beitrag bietet eine Übersicht und Referenzen zum Themenkomplex der organisierten Pädokriminalität im Kontext von Geopolitik, Elitenmanagement, und westlichem Mediensystem.

Hinweis: Keine aktive Leseempfehlung; nur gedacht für Personen, die sich ohnehin mit dieser Themati­k befassen (möchten). Nicht geeignet für minderjährige oder sensible Personen.

Vorwort

Geopolitische Machtstrukturen erfordern effektive Führungsinstrumente. Eines der wirkungs­vollsten Führungs­instrumente ist seit jeher die Erpressung, und die ultimative Form der Erpressung beruht insbesondere in westlichen Ländern auf der Involvierung in Pädokriminalität.

Wie die folgende Übersicht zeigt, deuten verschiedene Untersuchungsverfahren und Opferaussagen, aber auch sabotierte Ermittlungen und ermordete Zeugen auf eine potentiell einflussreiche Rolle pädo­krimineller machtpolitischer Elitennetzwerke in Europa und den USA hin.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern solche Netzwerke seit dem Zweiten Weltkrieg eine zentrale transatlantische Führungsstruktur gebildet haben, zumal inzwischen diverse personelle Berührungspunkte zu Politik, Militär und Geheimdiensten belegt sind.

Im Falle Italiens ist beispielsweise dokumentiert, dass der frühere italienische Militärgeheim­dienst SIFAR im Auftrag der CIA über 150.000 Dossiers zu »irregulärem Verhalten« erstellte und damit die ge­sell­schaf­tliche Elite Italiens während Jahrzehnten erpressen und kontrollieren konnte.

Etablierte transatlantische Medien berichten – von Ausnahmefällen abgesehen (s.u.) – kaum zeitnah und investigativ über diese Thematik. Dabei ist zu bedenken, dass diese Medien zumeist in dieselben geopolitischen Machtstrukturen eingebunden sind wie die fraglichen Akteure selbst.

So war ein von belgischen Zeugen identifizierter Pädokrimineller unter anderem Vizepräsident der Europäischen Kommission sowie Vorsitzender und später Ehrenpräsident der bekannten Bilder­berg-Kon­fe­renz, zu der die transatlantische Elite aus Politik, Wirtschaft, Militär und Medien geladen ist.

Ein weiterer von Zeugen identifizierter Pädokrimineller verhinderte als belgischer Justizminister die Aufklärung von Terroranschlägen und verfügte 1992 die vorzeitige Haftentlassung von Marc Dutroux; später wurde der Mann Richter und Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof.

Diese und zahlreiche weitere Persönlichkeiten wurden bis heute nicht juristisch belangt.

In vielen Fällen waren Kinderheime oder Kinderhilfswerke direkt oder indirekt in die pädokriminellen Netzwerke eingebunden; in anderen Fällen wurden die Kinder aus Problemfamilien rekrutiert oder durch Entführungen beschafft. Manche dieser Kinder wurden letztlich ermordet.

Während aus gesellschaftlicher Sicht integre und vorbildliche Persönlichkeiten als Elitenvertreter wünschenswert sind, sind aus machtpolitischer Sicht im Gegenteil erpressbare und korrumpierbare Personen gefragt. Hieraus ergibt sich ein grundlegender Widerspruch mit weitreichenden Folgen.



1. Belgien/Europa

Einer der bekanntesten Fälle von organisierter Pädokriminalität ist der Fall Dutroux der 1980er und 1990er Jahre. Bei diesem Fall geht es indes weniger um Dutroux selbst – der hauptsächlich als »Lieferant« fungiert haben dürfte – als vielmehr darum, dass sowohl Dutroux als auch diverse Zeugen ein pädokriminelles Netzwerk beschrieben, das wesentliche Teile der belgischen Elite und Aristo­kratie umfasste oder noch immer umfasst. Viele dieser Aussagen konnten mindestens teilweise verifiziert werden. Gleichzeitig starben rund zwei Dutzend am Dutroux-Verfahren beteiligte Zeugen unter oftmals fragwürdigen Umständen. Aufgrund seiner zahlreichen Verbindungen kommt dem Fall Dutroux bzw. den Zeugendossiers zweifellos eine gesamteuropäische Bedeutung zu.

Artikel und Analysen

  • Beyond the Dutroux Affair: the X-Dossiers (ISGP, 2007) Der Standardtext zum Fall Dutroux, den sogenannten X-Dossiers (Zeugendossiers), und den machtpolitischen Hintergründen. (18+)
  • ISGP Child Abuse Research Center (ISGP, 2007) Weitere ISGP-Analysen zum Fall Dutroux und pädokriminellen machtpolitischen Elitennetzwerken im Allgemeinen. (18+)
  • Auf den Spuren der verlorenen Kinder. (Welt, 2015) 1996 schockierte Kinderschänder Dutroux die Welt. Er war vermutlich Teil eines Netzwerks mit Verbindungen in höchste Kreise. Viele die mit dem Fall zu tun hatten, starben unter mysteriösen Umständen.
  • Warum der Fall Dutroux Belgien nicht loslässt (Welt, 2016) Im Fall Dutroux erheben ehemalige Ermittler schwere Vorwürfe: Zahlreichen Hinweisen sei nicht nachgegangen worden. Insbesondere eine Frage ist bis heute ungeklärt: War der Kindermörder Teil eines Netzwerks oder ein Einzeltäter? Der Fall erschütterte das Vertrauen der Belgier, weil der Staat Spuren zu einem Netzwerk nicht verfolgt hatte.
  • Dutroux: Im Netz der Dossiers (Spiegel, 2001) »Das ist die belgische Krankheit: Jeder besitzt über jeden ein belastendes Dossier, um es bei passender Gelegenheit als Druckmittel einzusetzen.«
  • Marc Dutroux und seine Verbindungen nach Deutschland (ON, 2019) 2015 sagte der Vater der getöteten Eefje Lambreck in einem Interview, er habe Kenntnis, dass es bezüglich der Entführung und Ermordung seiner Tochter „zahlreiche Spuren nach Deutschland gebe“.
  • Arbeitete Marc Dutroux für die Stasi? (Aachener Zeitung, 2003) Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) soll einflussreiche Persönlichkeiten in Westeuropa mit Kinderpornografie erpresst haben. () Der US-Geheimdienst hatte sich in Wendezeiten Material über die Spionageabteilung des MfS gesichert. Wegen darin enthaltener brisanter Informationen auch über westeuropäische Politiker dürfen bis heute nur Geheimdienste in die – von der CIA gefilterten – Berichte einsehen.
  • Kindermörder Marc Dutroux fordert Freilassung. Zeugin berichtete von „reichen und mächtigen Männern”, die bei Sexfeten Kinder töteten. (Epoch Times, 2018) Der Fall Dutroux erschütterte Belgien in seinen Grundfesten und wurde bis heute nicht aufgeklärt.
  • Dutroux: The Truth Dies In Darkness (Disobedient Media, 2017) The Dutroux case is significant not only because of the deep depravity of the crimes committed and witnessed, but because the evidence that emerges from the case is validated twice over; First by legal proceedings, secondly by the publication of many of the prosecution’s records by Wikileaks in 2009.

Dokumentationen

Anneke Lucas

Die heute in New York lebende Belgierin Anneke Lucas trat ab 2016 an die Öffentlichkeit und berichtete, in den 1970er-Jahren als sechs- bis zwölf-jähriges Mädchen in europäischen pädokriminellen Elitennetzwerken missbraucht worden zu sein. Als Hauptfigur des Netzwerks identifiziert sie einen der damals reichsten und mächtigsten Männer der Welt, der 2017 verstarb. Ihre Aussagen sind detailliert und grundsätzlich plausibel, im Unterschied zu den Aussagen der Dutroux-Zeugen bisher allerdings nicht polizeilich erfasst oder überprüft und entsprechend vorsichtig zu behandeln.

Marc Dutroux (r.) im Jahr 2000

2. Großbritannien

In Großbritannien wurde ab 2012 durch zahlreiche Enthüllungen ein umfangreiches pädokriminelles Netzwerk bekannt, das während Jahrzehnten operierte und erhebliche Teile der britischen Elite umfasste und womöglich noch immer umfasst, mit Verbindungen ins britische Königshaus, mehrere Regierungen, Parlament, Justiz, Polizei, Geheimdienste und Medien. Zu den bedeutendsten Fällen zählen das Westminster-Dossier, der Kincora-Skandal, sowie BBC-Starmoderator Jimmy Savile, der über Kontakte in höchste Kreise verfügte und mehrere hundert Kinder missbrauchte.

Westminster

Jimmy Savile

BBC-Starmoderator Jimmy Savile wurde 1990 von der englischen Königin für sein »soziales Engagement« zum Ritter geschlagen. Im selben Jahr erhielt er den päpstlichen Gregoriusorden für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Savile verfügte über persönliche Kontakte zu mehreren britischen Premierministern, darunter Thatcher und Blair.

Rolle der Geheimdienste

Dokumentationen

Weiteres

  • British link to ’snuff‘ videos (Guardian, 2000) Britain is a key link in the biggest ever international investigation into the production and supply of paedophile ’snuff‘ movies – in which children are murdered on film – an Observer investigation can reveal.
  • Rotherham child sexual exploitation scandal (Wikipedia) The Rotherham child sexual exploitation scandal consisted of the organised child sexual abuse that occurred in the northern English town of Rotherham, South Yorkshire from the late 1980s until the 2010s and the failure of local authorities to act on reports of the abuse throughout most of that period.
  • Kincora Boys‘ Home Scandal (Wikipedia) The Kincora Boys‘ Home was a boys‘ home in Belfast, Northern Ireland that was the scene of serious organised child sexual abuse, causing a scandal and attempted cover-up in 1980, with allegations of state collusion.
  • Elm Guest House abuse scandal (Mirror, 2015)
  • The UK VIP Paedophile Scandal (Reddit, 2014) Eine Sammlung von rund 150 Medienbeiträgen.

Bildergalerie zu den Kontakten von Jimmy Savile

3. Deutschland

Bereits vom Dutroux-Komplex (s.o.) führten diverse Spuren nach Deutschland. Die Belgierin Anneke Lucas behauptet zudem, mehreren deutschen Politikern der 1970er-Jahre zugeführt worden zu sein. Weitere Verbindungen zu Pädo­krimi­nalität bestehen beim sogenannten »NSU-Komplex«, beim sogenannten »Sachsen­sumpf«, sowie im historischen Umfeld der Partei Die Grünen. Ein weiteres Gebiet mit geopolitischem Erpressungs­potential ist die teilweise undurchsichtige DDR-/MfS-Vergangenheit einiger deutscher Spitzenpolitiker.

»NSU-Komplex«

Für die Beteiligung des sogenannten »NSU-Trios« an der Mordserie im türkisch-kurdischen Milieu (2000 bis 2006) gibt es, entgegen der medialen Darstellung, keine direkte Evidenz: keine Zeugen, keine Fingerabdrücke, keine DNA-Spuren. Auch der angebliche Selbstmord der beiden Protagonisten erscheint aufgrund der bekannten Forensik unwahrscheinlich. Hingegen gibt es gewisse Hinweise, dass das Trio in Zusammenhang mit einem pädokriminellen Netzwerk gestanden haben könnten.

»Sachsensumpf«

  • Sachsensumpf: Gefährliche Spuren (ZEIT, 2012) In Leipzig wurde ein Chefermittler kaltgestellt – womöglich, weil er in dem sächsischen Rotlicht- und Korruptionsskandal die falschen Fragen stellte. Denn vorzuwerfen ist ihm nichts.
  • Sachsensumpf: Martyrium der Zwangsprostituierten Mandy Kopp (Welt, 2013) Mit 16 wurde Mandy Kopp zur Prostitution gezwungen. Später sagte sie im angeblichen Skandal um den „Sachsen­sumpf“ aus und landete vor Gericht.
  • „Sachsensumpf“-Affäre: Zeugin erhebt schwere Vorwürfe (Sächsische, 2013) Der „Sachsensumpf“ sorgt auch nach Jahren für Mutmaßungen. Dabei gerät auch der Umgang sächsischer Behörden mit den Vorwürfen selbst ins Zwielicht. Angeblich sollen viele Akten verschwunden sein.
  • Video: Kinderprostitution: Vertuschte de Maiziere Verstrickungen von Politikern? (ARD, 2007) Als Thomas de Maizière noch Minister in Sachsen war, kam es zum zum sogenannten „Sachsensumpf“-Skandal: Richter und Anwälte sollen bei sexuellen Übergriffen auf Minderjährige gefilmt worden sein, um später Druckmittel gegen sie in der Hand zu haben. Der Verfassungsschutz soll Kenntnis davon gehabt haben und somit auch Thomas de Maizière.
  • Video: Kinderschänder: Interview mit Sachsensumpf-Opfer Mandy Kopp (CTV, 20 Minuten, 2013) Was Mandy Kopp als Minderjährige erlebte, kann man sich kaum vorstellen. Sie wurde jahrelang gefangengehalten und zur Prostitution gezwungen. Heute steht Mandy Kopp selbst vor Gericht wegen Verleumdung. Ihr Vergehen: Sie hatte damalige Täter identifiziert. Darunter Immo­bilien­makler, Juristen, ja sogar Richter und Anwälte sollen unter den Tätern gewesen sein.

Partei Die Grünen

Dutroux-Netzwerk

Anneke Lucas

Die Aussagen der Belgierin Anneke Lucas sind bisher nicht polizeilich erfasst oder überprüft und deshalb mit besonderer Vorsicht zu behandeln.

  • A Little Spy (Anneke Lucas, 2018) „I do know that I was transported quite often to Germany that year as the newly minted sex slave to the elite, and also for refinement of my training in the dirty lab. I was given to some top politicians.“
  • The Cage (Anneke Lucas, 2019) „After being taken back to Belgium at the end of the summer of 1972, I was often driven back and forth to Germany by handlers of the Belgian network, to spend time in the company of a former German chancellor.“

Weiteres

  • Kinderpornographie: Stasi erpresste Politiker (Welt, 2003) Die CIA hatte sich in den Wendezeiten Material über die Spionageabteilung der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS sichern können. Wegen der Brisanz der darin enthaltenen Informationen auch über westeuropäische Politiker werden diese Unterlagen nach wie vor der Öffentlichkeit vorenthalten. Lediglich Geheimdienste durften in die von der CIA gefilterten Berichte Einsicht nehmen.
  • Missbrauchsfall in Lügde – Beweismittel bei der Polizei verschwunden (Spiegel, 2018) Bei Ermittlungen im Missbrauchsfall von Lügde sind bei der Polizei offenbar Beweismittel verschwunden. NRW-Innenminister Reul hat Sonderermittler eingesetzt.
  • Neue schockierende Details zu Missbrauchs-Skandal an Odenwaldschule (Focus, 2019) Mehrere Jahre, nachdem Missbrauchsfälle am Eliteinternat im hessischen Heppenheim bekannt wurden, zeigen Studien das Ausmaß auf. Hunderte Schüler waren sexuell missbraucht worden – ohne Konsequenzen für die Täter und Institutionen.
  • Infoportal Rituelle Gewalt Wir sammeln Gerichtsurteile, wissenschaftliche Arbeiten und aktuelle Meldungen zum Thema Rituelle Gewalt und stellen sie hier öffentlich zur Verfügung.

Fernsehdokumentationen zu Rituellem Missbrauch

Zwei Dokumentationen (18+) zu Rituellem Missbrauch und der Ermordung von Kindern.

4. Österreich

In Österreich bestehen sowohl ältere Fälle, bei denen Kinderheime über Jahrzehnte mit Pädokriminellen kooperierten, als auch moderne Entführungsfälle, wie insbesondere der Fall von Natascha Kampusch. Dieser wurde von offizieller Seite zwar als isolierter Einzelfall dargestellt, unabhängige Untersuchungen deuten jedoch auch hier auf ein pädokriminelles Elitennetzwerk, was die mysteriösen Todesfälle im Rahmen der Kampusch-Ermittlungen erklären könnte: Sowohl der Entführer als auch der Chefermittler kamen ums Leben.

Kinderheime

  • Doku: Skandal in Österreichs Kinderheimen – Missbraucht und misshandelt (ARD, Doku, 45 Minuten, 2013) Österreichs ehemalige Heimkinder klagen an: In den staatlichen Einrichtungen wurden Minderjährige offenbar über Jahrzehnte hinweg missbraucht und misshandelt. Schläge waren an der Tagesordnung. Jungen wie Mädchen mussten ihren Pflegern sexuell zu Diensten sein, wurden an Pädophile „vermietet“.

Natascha Kampusch

Videobeiträge zum Fall Kampusch

Natascha Kampusch und ihr Entführer Wolfgang Priklopil (2008).

5. Schweiz

Internationale Netzwerke

Gemäß einzelnen Zeugenaussagen gab es sowohl von belgischen als auch von französischen Kinder­schänder-Netzwerken Verbindungen in die Schweiz, die jedoch nie aufgeklärt wurden. Auch die Belgierin Anneke Lucas (s.o.) behauptet, als Kind über die Schweiz transferiert und vor Ort missbraucht worden zu sein. Seit einigen Jahren dokumentiert der Verein Care About Ritual Abuse (CARA) Aussagen von Opfern ritueller sexueller Gewalt in der Schweiz.

Zürcher Gerichtspräsident

Ab 2017 wurde öffentlich bekannt, dass Ermittlungen gegen einen pädokriminellen Zürcher Gerichtspräsidenten in den 1980er- und 1990er-Jahren sabotiert wurden. In die Ignorierung, Deckung oder Vertuschung des Falles involviert waren gemäß Zeugenaussagen die Spitzen der Zürcher Justiz, Staatsanwaltschaft, Polizei und Politik. Mehrere Beteiligte wurden später sogar befördert, unter anderem an die Spitze der Zürcher Bildungsdirektion und der Kriminalpolizei.

  • Video: Wie Pädophilen-Delikte gedeckt werden (KlaTV, 2019) Ende der 1980er Jahre wurde gegen einen mutmaßlich pädophilen Gerichtspräsidenten ermittelt. Doch das Verfahren wurde eingestellt. Eine weiterer Fall, der nachweist, wie höchste Kreise in Kinderschänder-Netzwerke verstrickt sind und wie diese gedeckt werden. Der Zürcher Polizist Peter Mathys im Interview.
  • Staatsanwalt gegen Staatsanwalt (Tagesanzeiger, 2017) Ab den 90er-Jahren machte die Strafjustiz ernst mit der Verfolgung von Pädophilie. Sogar gegen den leitenden Staatsanwalt wurde ermittelt.
  • Ein Polizist recherchiert (Migros Magazin, 2017) Kaum im Dienst, erfährt der junge Zürcher Polizist Peter Mathys, dass gegen einen angeblich pädophilen Gerichtspräsidenten ermittelt wird. Das Verfahren wird eingestellt. Der Fall lässt Mathys nicht los: Fast 30 Jahre später rekonstruiert er den Fall – und schreibt einen Krimi darüber.
  • Siehe auch: Korruption und Partys mit Callgirls – Genfer Polizei unter Beschuss (Bluewin, 2019) Westschweizer Medien haben eine Korruptionsaffäre bei der Genfer Polizei ans Licht gebracht. Etlichen Polizisten werden Bestechlichkeit und Verletzung des Amtsgeheimnisses vorgeworfen.

»Basler Tierkreis«

Ein weiterer bestätigter Fall von Eliten-Pädokriminalität in der Schweiz ist der sogenannte »Basler Tierkreis«, der 1998 aufflog.  Beim »Tierkreis« handelte es sich um einen pädokriminellen Ring unter anderem aus Akademikern, Anwälten, Ärzten und Geschäftsleuten aus »den besseren Kreisen Basels«, die sich zur Tarnung Tiernamen gaben und seit ca. den 1960er Jahren Strichjungen sowie minderjährige Knaben an sadistischen »Sex-Partys« missbrauchten.

Internationale Verbindungen nach Spanien und Thailand waren belegt, solche zum belgischen Dutroux-Netzwerk wurden vermutet. Die Hintergründe des Tierkreises wurden nie gänzlich aufgedeckt, Anklagen erfolgten (unter anderem aufgrund von Verjährung) keine und der Fall verschwand nach dem Sommer 1998 vollständig aus den Medien.

Im Internet finden sich in neuerer Zeit diverse Spekulationen bezüglich Verbindungen zur Schweizer Bundespolitik und der P-26 Geheimarmee, für die bislang jedoch keinerlei Belege vorliegen.

Fedpol-Whistleblower

2018 trat Thomas Walther, der langjährige Leiter der Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (Kobik) des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), als Whistleblower an die Öffentlichkeit. Walther argumentierte, die Arbeit der Kobik, unter anderem im Bereich Kinderpornographie, sei von offizieller Seite behindert worden. Das Fedpol reagierte mit einer Hausdurchsuchung und mehreren Anzeigen gegen ihn, die jedoch alle abgewiesen wurden.

Weitere Fälle (ohne direkten Bezug zu Eliten-Pädokriminalität)

In der Schweiz bestand seit dem 19. Jahrhundert und noch bis ca. 1980 die Praxis der sogenannten »Verdingung« von Kindern: »Verdingkinder« wurden zwecks Versorgung und Erziehung von Behörden ihren leiblichen Eltern weggenommen (oder von diesen weggegeben), teilweise auf »Verdingmärkten« versteigert, und bei Interessenten untergebracht, die sie oft zur Zwangsarbeit auf Bauernhöfen einsetzten und teilweise auch missbrauchten. Weitere Fälle von langjährigem, systematischem sexuellem Missbrauch sind in Kinderheimen und Internaten belegt.

  • Verdingung (Wikipedia) Verdingung bezeichnet in der neueren Schweizer Geschichte die Fremdunterbringung von Kindern zur Lebenshaltung und Erziehung. Oft wurden die (faktisch schon durch die Behörden entrechteten) Kinder an Bauern vermittelt, von denen sie als günstige Arbeitskraft meist ausgenutzt, misshandelt und missbraucht wurden.
  • Verantwortliche wollten alles vertuschen: Kinder in Freiburger Waisenhaus sexuell missbraucht (Blick, 2016) Im katholischen Pensionat Marini im Kanton Freiburg sind Kinder von 1929 bis 1955 sexuell missbraucht worden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Bischof Charles Morerod in Auftrag gegeben hatte. Die Verantwortlichen vertuschten die Vorfälle.
  • Ein dunkles Kapitel Appenzeller Geschichte (NZZ, 2017) Im Kinderheim Steig in Appenzell Innerrhoden wurden Kinder zwischen 1945 und 1984 von Ordensschwestern zum Teil exzessiv körperlich bestraft. Auch sexueller Missbrauch soll im Heim passiert sein. Nun hat die Kantonsregierung die Opfer um Entschuldigung gebeten.

Basler Tierkreis: Facts-Artikel von 1998 (ZVG)

6. Portugal

In Portugal wurde mit dem Casa Pia Skandal ab 2002 einer der größten europäischen Fälle von organisierter Pädokriminalität bekannt. Während Jahrzehnten wurden Kinder aus dem Lissaboner Waisenheim Casa Pia einem Elitennetzwerk aus Politikern, Geschäftsleuten, Militärs und Medienstars zugeführt und missbraucht. Der Gerichtsprozess wurde über Jahre verschleppt, viele der Verdächtigen wurden letztlich nicht angeklagt. Ein weiterer bekannter Fall mit möglicherweise pädokriminellem Hintergrund ist jener des britischen Mädchens Maddie McCann, das seit ihrem Verschwinden 2007 in Portugal vermisst wird.

7. USA

In den USA wurden bereits mehrere pädokriminelle Elitennetzwerke aufgedeckt:

  • Bereits in den 1980er-Jahren wurde durch den Franklin-Skandal ein bundesweites pädokriminelles Elitennetzwerk mit Verbindungen nach Washington und zur CIA sichtbar, das Kinder aus Kinderheimen und durch Entführungen beschaffte und teilweise ermordete.
  • Ein bekannter Fall betrifft den US-Milliardär Jeffrey Epstein, dessen private »Orgieninsel« seit den 1990er-Jahren unter anderem von US-Präsident Clinton, dem britischen Prince Andrew und weiteren Promi­nenten besucht wurde. 2019 soll sich Epstein im Gefängnis erhängt haben. Gemäß Recherchen und Zeugenaussagen stand Epstein in Kontakt mit israelischen und amerikanischen Geheimdiensten und nutzte sein Netzwerk für Erpressungen hochrangiger Personen.
  • Ein weiterer Fall betrifft Dennis Hastert – ehemals Speaker of the House und damit formal dritthöchster Politiker der USA – der laut eines FBI-Whistleblowers aufgrund seiner pädokriminellen Vergangenheit von in- und ausländischen Akteuren erpresst wurde.
  • Beim sog. »Pizzagate«, das 2016 bekannt wurde, handelt es sich hingegen um eine Mischung aus Fakten und Fiktion. Fiktion ist, dass Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in einer Pizzeria einen Kinderpornoring betrieben habe. Fakt ist, dass sich im Umfeld von Clinton und ihrem damaligen Wahlkampfteam mehrere Personen mit offenkundig pädophilen Neigungen befanden, die zudem teilweise über Verbindungen in pädokriminelle Netzwerke verfügten.
  • Weitere unaufgeklärte Fälle bzgl. Kinderpornographie betreffen das Pentagon und die NSA.
  • Ein älterer Fall betrifft die Erpressung von Martin Luther King durch das FBI mittels heimlicher Aufnahmen von außerehelichen Affären (kein Bezug zu Pädokriminalität). Das FBI versuchte, King dadurch in den Selbstmord zu treiben, was jedoch misslang. Später wurde King ermordet.

Jeffrey Epstein

Franklin-Skandal

  • Doku (EN): Conspiracy of Silence: The Franklin Cover-Up (Discovery Channel, 60 Minuten, 1994)
  • Buch (EN): The Franklin Scandal: A Story of Powerbrokers, Child Abuse & Betrayal (Bryant, 2012) A chilling exposé of corporate corruption and government cover-ups, this account of a nationwide child-trafficking and pedophilia ring in the United States tells a sordid tale of corruption in high places. Implicating businessmen, senators, major media corporations, the CIA, and even the venerable Boys Town organization, this extensively researched report includes firsthand interviews with key witnesses and explores a controversy that has received scant media attention.
  • Victim’s Testimony Reveals Establishment-Connected East Coast Trafficking Network (DM, 2017) The network was said to be comprised of known human traffickers, abusers and producers of child pornography with ties to organized crime who openly associated with prominent political figures, including some who have been accused of indiscretions in the past.

Dennis Hastert

»Pizzagate« (kritische Analysen)

Pentagon und NSA

Martin Luther King / FBI

Weiteres

Jeffrey Epstein und einige seiner einflussreichen Kontakte

8. Unterhaltungsindustrie

Neben sexueller Belästigung im Allgemeinen sind in Hollywood mehrere Fälle von Pädokriminalität dokumentiert, sodass einige Beobachter von einem systematischen Problem bzw. einem »offenen Geheimnis« sprechen. Auch bei internationalen Musikstars wie etwa Michael Jackson wurde Pädokriminalität vermutet oder belegt. Ein weiteres Phänomen ist der bizarre Sexsklaven-Kult NXIVM, der von zwei vermögenden Bronfman-Erbinnen finanziert wurde.

Hollywood

Musikstars

NXIVM Sexsklaven-Kult

9. UNO / Hilfswerke

Auch bei der UNO und weiteren Hilfswerken sind pädokriminelle Aktivitäten dokumentiert, die teilweise mit internationalen pädokriminellen Netzwerken in Zusammenhang stehen könnten.

10. Weitere Fälle

Weitere Fälle von internationaler, organisierter Eliten-Pädokrimininalität.

11. Falschinformationen

Zur Thematik der Elitenpädokriminalität finden sich gerade auch im Internet diverse Falschinformationen, die zwecks Clickbaiting oder gezielter Desinformation verbreitet werden. Im Folgenden sind einige der bekanntesten Beispiele aufgeführt.

  • UNO-Generalsekretär Guterres: Im Zusammenhang mit dem Migrationspakt von 2018 wurde behauptet, UNO-Generalsekretär António Guterres sei in den portugiesischen Casa Pia Skandal von 2002 verwickelt gewesen. Dies ist nicht richtig. Guterres trat Ende 2001, einige Monate vor Bekanntwerden des Skandals, aufgrund einer Wahlniederlage vorzeitig als Premierminister zurück. Im Casa Pia Skandal wurde er weder angeklagt noch von einem Opfer beschuldigt. Er verteidigte allerdings seinen vormaligen Arbeitsminister Paulo Pedroso, der aufgrund von Missbrauchsvorwürfen in Untersuchungshaft kam, jedoch nicht angeklagt wurde.
  • Justin Bieber und Katy Perry hätten behauptet, die Musikindustrie werde von Pädophilen kontrolliert: Eine Falschnachricht aus dem Jahre 2017.
  • Stanley Kubrick habe Nicole Kidman erzählt, Pädophile würden die Welt beherrschen: Eine weitere Falschnachricht aus dem Jahre 2017.
  • Der »holländische Banker« Ronald Bernard habe als Whistleblower ein pädokriminelles Eliten-Netzwerk offengelegt: Die Interviews mit »Bernard« wurden 2017 in einer mehrteiligen Serie über Youtube verbreitet. Es bestehen jedoch keinerlei Belege für die Echtheit der Person oder der von ihr gemachten Aussagen. Eine deutsche Journalistin, die »Bernard« kontaktierte, berichtet von weiteren Unstimmigkeiten.

12. Informationsportale

Portale mit weiterführenden Informationen für Forscher und Betroffene.


Beitrag teilen auf: Twitter / Facebook

WordPress.com.

Nach oben ↑