Schweiz und Deutschland: Situationsupdate

Genf: Antikörper im Juli und Dezember 2020 nach Altersgruppe. 0.3 = 30% (Stringhini)

Publiziert: 7. Februar 2021

(German only; covering Switzerland/Germany)
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Im Schweizer Kanton Genf, der zeitweise zu den europĂ€ischen Corona-Hotspots zĂ€hlte, lag die Antikörper-SeroprĂ€valenz im Dezember bei insgesamt 21%. In der Hauptrisikogruppe 75+ lag die SeroprĂ€valenz jedoch erst bei 9.3% (siehe Grafik oben). Einerseits ist das ein Erfolg – ein gewisser (Selbst-)Schutz gelang offenbar – andererseits aber ein Risiko: Rund 90% der Senioren ĂŒber 75 hatten noch keinen Kontakt mit dem Coronavirus – obschon Antikörperstudien die wirkliche Verbreitung oft etwas unterschĂ€tzen und Pflegeheime vermutlich nicht berĂŒcksichtigt wurden.

In Deutschland lag die SeroprĂ€valenz nach der schwachen ersten Welle noch bei unter 2%. Aktuell dĂŒrfte sie bei etwa 10% liegen, bei Senioren ĂŒber 75 aber vermutlich erst im unteren einstelligen Prozentbereich (Pflegeheime ausgenommen). Aus dem Fakt, dass es in Deutschland 2020 keine signifikante JahresĂŒbersterblichkeit gab, darf deshalb nicht auf eine ‘entspannte Situation’ geschlossen werden. TatsĂ€chlich erreichte die Sterblichkeit in den Monaten November bis Januar bereits Rekordwerte wie seit der Grippepandemie von 1968 nicht mehr.

Da die Coronaviren-Saison erst im April enden wird, bleiben evidenzbasierte Prophylaxe und FrĂŒhbehandlung sowie eine erfolgreiche Impfkampagne – zu den Risiken siehe hier – wichtig. Der Altersmedian der Corona-TodesfĂ€lle liegt in Deutschland bei 84, in der Schweiz bei 86 Jahren. In den Altersgruppen unter 70 Jahren besteht keine Übersterblichkeit; das Hauptrisiko besteht hier in post-akutem Long Covid, das in schweren FĂ€llen auch bei jungen Menschen zur BerufsunfĂ€higkeit fĂŒhren kann und ein sehr ernsthaftes Public-Health-Problem darstellt.

Die sogenannte “No Covid”-Bewegung hat sich als Vorbild derweil ausgerechnet die australische Stadt Melbourne gewĂ€hlt, einer der wohl grĂ¶ĂŸten Misserfolge der gesamten Pandemie: Nach gescheiterter Grenzkontrolle folgte dort ein monatelanger, albtraumhafter Lockdown mit drohnenÂ­ĂŒber­wachter 23-Stunden-Ausgangssperre und 5-Kilometer-Bewegungsradius. Dass dort nun, im Sommer, wieder AußenanlĂ€sse stattfinden, ist nicht ĂŒberraschend: auch in Deutschland gab es im August, bekanntlich, “Freiluftveranstaltungen” mit zehntausenden Teilnehmern.

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