Deutschland vor der “großen Welle”?

Deutschland: Impfrate (orange) und Infektionszahlen (schwarz) Grafik: IanMSC

Publiziert: 14. November 2021
Aktualisiert: 16. November 2021
Teilen auf: Telegram / Twitter / Facebook

Deutschland in der Winterwelle 2021: Aktuelle Lage und Perspektiven.

Anfang November hat die Corona-Infektionsrate in Deutschland und in Österreich ihren bisher höchsten Stand erreicht und seither weiter stark zugenommen. Wie schon im Herbst 2020 waren offenbar viele von dieser Entwicklung überrascht: Behörden und “Fachleute” glaubten, die Pandemie durch Impfstoffe und Masken im Griff zu haben, während manche Skeptiker mit Verweis auf die fehlende Übersterblichkeit 2020 annahmen, der Spuk sei ohnehin längst vorbei.

Zunächst zum zweiten Punkt. Im August erschien das viel beachtete Video “Die Pandemie in den Rohdaten” eines deutschen Informatikers, der korrekt aufzeigte, dass es in Deutschland 2020 keine Übersterblichkeit und keine absolute Kliniküberlastung gab. Auch eine Studie von Forschern der Universität Duisburg Essen kam zu diesem Ergebnis.

Die fehlende deutsche Übersterblichkeit ist schon seit Januar 2021 bekannt, doch gibt es dafür einen weniger bekannten Grund: Das Coronavirus war in Deutschland bis Ende 2020 noch zu weniger als 5% verbreitet (Antikörper-Seroprävalenz), während zugleich die Grippeviren weltweit verdrängt wurden. Auch in Österreich lag die Corona-Verbreitung bis Ende 2020 noch bei unter 5%. Aus der lokal fehlenden Übersterblichkeit folgt deshalb nicht eine fehlende (oder falsche) Pandemie.

Der Grund für die niedrige Seroprävalenz bis Ende 2020 war die “verpasste” erste Welle (wie in Osteuropa) sowie die moderate zweite Welle (wie in der Schweiz und Schweden). Die deutschen “Wellenbrecher” und “Notbremsen” hatten hingegen keine messbare Wirkung. Tatsächlich kam es im Dezember zur höchsten Sterblichkeit seit der Hongkong-Grippe von 1969/70. (Mehr dazu).

Die zweite Frühjahrswelle (britische Variante) und die Sommerwelle (indische Variante) wurden in Deutschland sodann durch die Impfkampagne deutlich gemildert (ca. 50’000 gerettete Leben). Bis im Herbst dürfte die Seroprävalenz in Deutschland etwa 25% erreicht haben, allerdings mit erheb­lichen regionalen Unterschieden. Zum Vergleich: Im US-Bundesstaat New York lag die Seroprävalenz schon Ende April 2020 (nach der ersten Welle) bei rund 15%, in New York City sogar bei 25%.

Damit folgt der zweite Punkt: Bereits im Juli/August 2021 zeigten Daten aus Impf-Vorreiter Israel, dass die Schutzwirkung der Corona-Impfung innerhalb eines halben Jahres gegen Ansteckung und Übertragung auf 0% und gegen Hospitalisierung bei Senioren auf etwa 50% fällt. Neuere Studien, zum Beispiel aus Schweden, haben diese Werte bestätigt (siehe Grafik unten). Zudem ist die Viruslast bei angesteckten Geimpften und Ungeimpften gleich hoch (siehe Grafik unten).

Eine Impfung im letzten Frühjahr hat heute deshalb keine verlässliche Wirkung mehr. Hauptgrund dafür sind – bisher – nicht neue Virusvarianten, sondern die rasch abfallenden Antikörperwerte. Zudem fehlt Geimpften, im Unterschied zu Genesenen, eine Schleimhaut-Immunität.

Der nur kurzfristige Impfschutz bedeutet zugleich, dass “Impfpässe”, Impfpflichten, Impfdruck, “3G/2G”, “Lockdown für Ungeimpfte” und so weiter keinerlei medizinische, epidemiologische oder ethische Grundlage haben. Ihre Anwendung ist deshalb als schwerste medizinische und politische Fehlleistung einzustufen und zurückzuweisen.

In Spanien hat das Oberste Gericht den “Coronapass” sowie die Lockdowns von 2020 inzwischen für verfassungs­widrig erklärt und entsprechende Bußen annulliert. In den USA haben mehrere Bundesstaaten “Impfpässe” gesetzlich verboten. Auch Schul­schließungen, Maskenpflichten und sogar FFP2-Pflichten erwiesen sich in Praxisstudien als wirkungslos (siehe Grafik unten).

Tatsächlich sind es die Genesenen, nicht die Geimpften, die die Pandemie durch eine langfristige Immunität beenden werden (siehe unten). Ein “Impfzertifikat” dürfte aus medizinischer Sicht denn auch höchstens drei Monate gültig sein, danach fällt der Infektionsschutz unter 80%. Die Corona-Pandemie entwickelt sich folglich, ironischerweise, zunehmend zu einer “Pandemie der Geimpften”.

Daher hat sich auch das reine Maximieren der Impfquote in der (jungen) Allgemein­bevölkerung als Fehlstrategie erwiesen: Seit August haben Länder mit hoher bis sehr hoher Impfquote neue Rekordinzidenzen erreicht: von Island über Israel und Singapur bis aktuell Irland. Die baltischen Staaten erzielten mit den strengsten Zertifikate-Regeln Europas sogar die höchste Infektions­rate der Welt. Auch in Impf-Vorbild Dänemark nehmen die Infektionen aktuell wieder stark zu.

Der pragmatische Ansatz sieht deshalb wie folgt aus: Personen mit erhöhtem Corona-Risiko, sowie Personen mit Bedenken bezüglich “Long Covid”, können ihren Selbstschutz durch eine (dritte) Impfung für die beginnende Wintersaison ohne externen Druck maximieren. Gegen “Long Covid” schützt die Impfung indes nur solange der Infektionsschutz besteht, d.h. nur wenige Monate.

Die potentiellen Impfrisiken müssen dabei jedoch allen bewusst sein: Die deutsche Stiko empfiehlt Personen unter 30 Jahren aufgrund kardiovaskulärer Risiken inzwischen nur noch die Pfizer-Impfung (kein Adenovektor, geringste RNA-Dosis), und in Taiwan wurde selbst diese für junge Personen bereits eingeschränkt. Laut RKI-Daten haben die kardiovaskulären und neurologischen Notaufnahmen in Deutschland seit April parallel zur Impfkampagne deutlich zugenommen.

Bei Athleten in Europa und weltweit kam es durch die Corona-Impfung bereits zu hunderten Herzstillständen und Herzinfarkten, teilweise mit Todesfolge (siehe Video unten). In einigen Ländern ist seit Impfbeginn bei jungen Männern eine unerklärte Übersterblichkeit zu beobachten. Zehn­tau­sende Frauen meldeten Menstruationsbeschwerden, und auch Berichte über Fehlgeburten und Geburtsschäden (insbesondere Herzfehler und Lungenblutungen) scheinen zuzunehmen.

Dr. Hartmut Glossmann, Professor für Pharmakologie, einer der weltweit meist zitierten Wissenschaftler Österreichs, Gründer der ersten österreichischen Arzneimittel-Kommission und langjähriger Redakteur des Arznei-Telegramms, spricht inzwischen in einem Offenen Brief vom voraussichtlich “größten Arzneimittelskandal”, den er jemals erlebt habe.

Unabhängig vom persönlichen Impfstatus sollte zudem allen Personen eine flächen­deckende ambulante Corona-Prophylaxe und Frühbehandlung zur Verfügung stehen, um schwere Verläufe zu vermeiden. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat hierzu, international vorbildlich, ein Protokoll für Ärzte erstellt. (Siehe auch das SPR-Protokoll).

Aufseiten der Krankenversorgung wären Betten­kapazitäten und Personal temporär aufzubauen; tatsächlich wurden jedoch etwa 4000 Intensivbetten abgebaut und Personal durch Überlastung, Testpflichten und Impfdruck vergrault. In Großbritannien wurden zuletzt 50’000 “ungeimpfte” Altenpfleger – unabhängig von ihrem tatsächlichen Immunstatus – entlassen.

Derzeit liegt die deutsche Übersterblichkeit seit Pandemiebeginn bei etwa 7%; das Medianalter der Corona-Todesfälle liegt bei etwa 84 Jahren, etwa 40% der Todesfälle erfolgten in Pflege­heimen, etwa 90% der Todesfälle bei Personen über 70 Jahren. Der Altersmedian von stationären und Intensivpatienten liegt aktuell bei etwa 70 Jahren. (Mehr dazu: Corona Reframed).

Mit einer Übersterblichkeit wie in Frankreich, England oder Tschechien hätte Deutschland bisher 30’000, 100’000 oder 180’000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet. Russland und die USA werden diesen Winter voraussichtlich je eine Million Corona-Todesfälle überschreiten. Das liberale Schweden liegt mit einer Übersterblichkeit von 10% weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt.

Beendet wird die Pandemie letztlich nicht durch Impfungen – die keine langfristige Immunität bewirken und Infektionen nicht verhindern können – sondern durch breite und robuste natürliche Immunität. Im Idealfall können Impfungen die Erstinfektion mildern, ohne Schaden anzurichten. Innerhalb von etwa drei Jahren werden sich indes nahezu alle Bürger mit Corona infiziert haben.

In Indien kehrte diesen Sommer – bei einer Corona-Infektionsrate von 80% landesweit und 97% in der Hauptstadt Delhi – erstmals die durch das Coronavirus zuvor weltweit verdrängte Grippe zurück (siehe WHO FluNet). Auch in Teilen der USA und Europas (z.B. in Schweden) tauchte die Grippe diesen Herbst erstmals vereinzelt wieder auf. Für einmal könnte das eine gute Nachricht sein.

Grafiken

1) Corona-Todesfälle nach Landkreisen

Die Grenzgebiete zu Tschechien und Polen war bisher am stärksten betroffen.

Corona-Todesfälle pro 100k Einwohner (RKI/Tagesspiegel)

2) Deutschland und Schweden im Vergleich

Maskenpflicht und Lockdowns brachten Deutschland keinen Vorteil.

Deutschland und Schweden: Todesfälle seit der zweiten Welle (Ian MSC)

C) Impfschutz gegen schwere Erkrankung

Bei älteren Personen sinkt der Impfschutz rascher ab als bei jüngeren.

Impfschutz gegen schwere Erkrankung (Nordstroem et al)

D) Gleiche Viruslast bei Geimpften und Ungeimpften

Geimpfte und Ungeimpfte sind gleich ansteckend.

Gleiche Viruslast bei Geimpften und Ungeimpften (Acharya et al)

Video: Herzstillstände bei Athleten seit Impfbeginn

Siehe auch: Herzstillstände bei Sportlern 2021 (Telegram) und 240 Presseberichte (CB)

Video: “Es ist doch nur” (Hans-Jörg Karrenbrock, Remix)

Siehe auch: Die globale “Impfpass-Agenda”

Siehe auch


Teilen auf: Telegram / Twitter / Facebook

WordPress.com.

Up ↑