Antikörperstudie München

Publiziert: 7. November 2020

(German only) Die Universitätsklinik München hat diese Woche die Ergebnisse ihrer Antikörperstudie zur ersten Corona-Infektionswelle in München veröffentlicht. Sie kommt auf eine Seroprävalenz von circa 1.8% (IgG/IgM) und eine IFR von insgesamt 0.76%.

Die tatsächliche Verbreitung des Coronavirus dürfte auch in München etwas höher liegen (milde Fälle ohne messbare IgG-Antikörper). Der Anteil der Todesfälle in Pflegeheimen liegt in Deutschland bundesweit bei vergleichsweise niedrigen 36% (Schweiz: 50%, Belgien: 66%).

Die tatsächliche IFR in der Allgemeinbevölkerung dürfte damit auch in München im Bereich von 0.3% bis 0.4% liegen, mit einem Medianalter der Todesfälle von circa 82 Jahren. Die Münchner Studie ist mithin konsistent mit der Streeck-Studie zum Gangelt-Hotspot (IFR 0.36%), wo zeitnaher und wesentlich intensiver getestet wurde und keine Pflegeheime betroffen waren.

Im internationalen Vergleich weist Deutschland bisher eine sehr geringe Verbreitung des neuen Coronavirus und deshalb auch keine Jahresübersterblichkeit auf. Seit Anfang Oktober nahmen die Infektionen indes auch in Deutschland wieder zu, und seit Anfang November befindet sich Deutschland in einem zweiten “Lockdown” (wie von SPR bereits im August prognostiziert).

Die Frühbehandlung von Covid-Risikopatienten, mit der sich Hospitalisierungen und Sterblichkeit laut zahlreichen internationalen Studien um 50 bis 80% reduzieren lassen, wird auch in Deutschland weiterhin gänzlich ignoriert. Dr. Roland Derwand, Hauptautor der Zelenko-Studie, wird zu diesem Thema am 17. November ein Webinar durchführen.

Deutschland: Corona-Todesfälle nach Alter (RKI/Tagesspiegel, 13. Oktober)

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