Die WOZ und die Weltpolitik

»Linksalternativ« und doch NATO-konform? Die WOZ zeigt wie’s geht: In Syrien etwa hätten ein paar Graffiti­sprayer eine marxis­tisch ange­hauchte »Revo­lution« junger Idealisten und frommer Gottes­krieger ausgelöst, während »das Regime« einen Krieg vom Zaun brach und mit »Fass­bomben« Kranken­häuser bombar­dierte, sodass selbst eine NATO-Inter­vention »das kleinere Übel« sei.

NATO-Kritiker Ganser hingegen biete eine »Plattform für rechte Ver­schwö­rungs­theo­retiker«, und Wiki­leaks – an der Nieder­lage Clintons mitschuldig – produziere »alter­native Fakten« für die »Neurechten«. Auch vor »alter­na­tiven Medien« wird gewarnt: Diese »bedienen unverblümt Ver­schwörungs­theorien oder ver­breiten rechte Propaganda«.

Wer die Global­isierung unvor­sichtig kriti­siert, sei womöglich ein verkappter »Rechts­nationa­list«, und bei der Wachs­tums­politik des IWF dürfe man »nicht zu dogma­tisch sein«, denn es gelte, »den Kapita­lismus vor der Rechten zu retten«. Selbst die Schweizer Neutra­lität ist irgendwie »rechts«.

Medien­historisch erinnert die WOZ damit ein wenig an jene CIA-finanzierten Publika­tionen, die während des Kalten Krieges die potentiell kritische Linke auf US-Kurs zu bringen versuchten. Und offenbar wird geo­poli­tische Konfor­mität auch heute noch honoriert: Etwa mit ganz­seitigen Farb­inseraten von Amnesty Inter­national, die in der WOZ den Sturz von Washingtons Feinden bewerben.


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