Zum Council on Foreign Relations

Professor Stephen F. Cohen, einer der führenden Russland-Experten der USA und von 1978 bis 2018 selbst Mitglied im Council on Foreign Relations (CFR), sprach in einem Interview mit The Nation über die Bedeutung des CFR für die Gestaltung und Darstellung der US-Weltpolitik. Cohen verließ den CFR 2018 aufgrund dessen zunehmend konfrontativer Strategievorgaben bezüglich Russland.

»The importance of the CFR is not easily exaggerated. As its activities, history, self-proclamations, and Wikipedia entry make clear, it is not an ordinary “think tank.” Founded nearly a century ago, headquartered lavishly in New York City with a branch in Washington, with almost 5,000 current carefully selected members and considerable annual revenue, its aura, exceedingly influential journal Foreign Affairs, and elite members have long made the CFR America’s single most important non-governmental foreign-policy organization — certainly for politicians, business executives, media leaders, academics, and others involved in the shaping of US foreign policy. Almost all of them aspire to CFR membership or its imprimatur [approval] in one way or another. () For decades, the CFR’s primary functional role has been, through its journal, website, featured events, and multiple weekly membership sessions, to define the accepted, legitimate, orthodox parameters of discussion about US foreign policy and related issues. () So the CFR really is what the Sowjets used to call the very top-level of the Nomenclatura.«

Übersetzung:

»Die Bedeutung des CFR ist nicht leicht zu übertreiben. Wie seine Aktivitäten, seine Geschichte, seine Erklärungen und sein Eintrag in der Wikipedia verdeutlichen, ist es kein gewöhnlicher „Think Tank“. Gegründet vor fast einem Jahrhundert, mit Hauptsitz in New York City und einer Niederlassung in Washington, mit derzeit fast 5.000 sorgfältig ausgewählten Mitgliedern und beträchtlichen jährlichen Einnahmen, haben seine Aura, die äußerst einflussreiche Zeitschrift Foreign Affairs und die Elite-Mitglieder den CFR längst zur wichtigsten nichtstaatlichen außenpolitischen Organisation der USA gemacht – sicherlich für Politiker, Geschäftsleute, Medienvertreter, Akademiker und andere, die an der Gestaltung der US-Außenpolitik beteiligt sind. Fast alle von ihnen streben auf die eine oder andere Weise eine Mitgliedschaft oder die Zustimmung des CFR an. () Seit Jahrzehnten besteht die wichtigste funktionale Rolle des CFR darin, durch seine Zeitschrift, seine Website, seine exklusiven Veranstaltungen und seine zahlreichen Mitgliedersitzungen die akzeptierten, legitimen und orthodoxen Parameter der Diskussion über die US-Außenpolitik und damit zusammenhängende Fragen zu definieren. () Der CFR entspricht also dem, was die Sowjets die oberste Ebene der Nomenklatura nannten.«

Siehe auch:


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