»Von Russland gesteuert«

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF erhält alle paar Wochen eine Programm­beschwerde, die sich auf unsere Propaganda-Analyse von 2016 bezieht. Diese zeigte erstmals systematisch, mit welchen Techniken und mit welcher Intensität das SRF geopolitische Propaganda betreibt.

Die Ombudsstelle lehnt solche Beanstandungen routinemäßig ab. In einem umfangreichen Fakten­check wurde indes gezeigt, dass nahezu alle Sachargumente, die Ombuds­stelle und SRF zur Verteidigung ihrer geopolitischen Berichterstattung anführen, wiederum unzutreffend sind.

In ihrem jüngsten Bericht greift die Ombudsstelle deshalb zum Klassiker und versucht SPR faktenfrei als »von Russland bezahlt und gesteuert« darzustellen. Das SRF hingegen berichte, wie üblich, »kritisch und sachgerecht«. Beschwerde abgelehnt.

Tatsächlich verstößt das SRF gegen keinerlei Regeln oder Richtlinien. Die hiesigen Rund­funk­archi­tekten waren weitsichtig genug zu realisieren, dass sich selbst die reiche Schweiz einen objektiven Journalismus – der die Hege­monial­macht unweigerlich verärgern müsste – nicht leisten kann.

Die oberste Programmaufsicht (UBI) wird deshalb gänzlich von der Regierung ernannt und definiert »Sach­ge­rechtig­keit« im realpolitischen Sinne; die neue SRF-Russ­land­korres­pondentin kommt derweil von Radio Free Europe, das tatsächlich von der CIA »bezahlt und gesteuert« wurde.

Kritiker hingegen kommen aus Russland, oder mögen sich dorthin begeben. Dazu Max Frisch (1986): »Der Aufklärer als Staatsfeind – wie im Ancien Régime.«

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Februar 2019

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