Die Konferenz

Die großen Schweizer Medien­­häuser sind in geo­poli­tische Netz­werke ein­ge­bun­den: So nehmen die wichtigsten Schweizer Verleger und Chef­redakteure im Turnus an der jähr­lichen Bilderberg-Konferenz teil, wo sie im privaten Rahmen auf die trans­atlan­tische Elite aus Wirt­schaf‌t, Politik und Militär treffen.

Teilnehmer seit 1991 (siehe Info­grafik):

Auch der journa­lis­tische Nach­wuchs wird ge­för­dert: Sowohl der 10vor10-​Mode­ra­tor des SRF wie auch der NZZ-Korres­pon­dent für die EU & NATO wurden von der Ameri­can Swiss Foun­da­tion zu »Young Leaders« ernannt – und neh­men in dieser Rolle an exklu­siven Dinners mit hoch­rang­igen US-Ver­tre­tern teil.

Foto: Bilder­berg-Meeting 2011 in St. Moritz.


Eine Brücke über den Atlantik

Der deutsche Medien­gigant Axel Springer (BILD, Die Welt, etc.) gewinnt auch in der Schweiz zu­neh­mend an Einfluss. Bereits 1999 wurde die Handels­zeitung über­nommen, 2007 folgten u.a. die Bilanz und der Beobachter. 2014 wurde eine umfang­reiche Koope­ration mit Blick-Verleger Ringier publik, und 2015 der Ein­stieg in die Werbe­allianz Admeira mit Ringier, Swiss­com und der SRG.

Als angel­säch­sische Li­zenz­grün­dung von 1946 ist Axel Springer – wie die meisten deutschen Leit­medien – bis heute tief in den US-Macht­­struk­turen ver­wur­zelt. So war Konzern­­chef Mathias Döpfner Mit­glied im Bei­rat des U.S. Council on Foreign Relations (CFR), und der lang­jährige BILD-​Chef Kai Diek­­mann ist Vor­stands­mitglied der ame­ri­ka­treuen Atlantik-Brücke, in der viele der bekanntesten Medien­leute Deutsch­lands ver­ei­nigt sind (siehe Infografik).

Springer-Journa­listen sind zudem ver­­trag­­lich ver­pfli­ch­tet, das »trans­at­lantische Bündnis« bzw. die »Soli­da­rität mit den USA« zu unter­stützen. So auch der heutige Ver­leger der Welt­woche, der zuvor Chef­re­dakteur von Springers Welt war und den Irak­krieg noch 2004 mit diesen Worten ver­tei­digte:

„Die UNO schützt die Welt­ordnung nicht, zu deren Hüterin sie sich irr­tüm­licher­weise erklärt. Sie ist im Gegen­teil das Derivat eines Friedens, den ameri­ka­nische Truppen sichern“, weshalb „Europa auf die USA als hege­mon­ialer Hüter der west­lichen ‚Welt­gewalt­ordnung‘ nicht ver­zichten kann“.


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