SRF: Die Propaganda-Analyse

Das Schweizer Radio und Fern­se­hen (SRF) leistet mit seinen Nach­rich­ten- und In­for­ma­tions­sen­dungen einen wich­tigen Bei­trag zur öffent­lichen Meinungs­bildung in der Schweiz. Doch wie objektiv und kritisch be­rich­tet das SRF über geo­po­li­tische The­men?

Um dies zu über­prü­fen, wurde erst­mals eine sys­te­ma­tische Ana­lyse der SRF-​Be­richt­er­stat­tung zu einem geo­po­li­tisch relevanten Ereig­nis durch­ge­führt.

Die Resul­tate sind alar­mie­rend: In allen unter­such­ten Bei­trä­gen des SRF wurden Pro­pa­ganda- und Mani­pu­la­tions­tech­niken auf re­dak­tio­nel­ler, sprach­licher und audio­vi­su­el­ler Ebene fest­ge­stellt.

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Der Korrespondent

Wie wird man Kor­res­pon­dent beim Schwei­zer Radio und Fern­sehen? Fredy Gsteiger muss es wissen: Er ist stv. Chef­redakteur, Auslands­chef und diplo­ma­tischer Korres­pon­dent des Schwei­zer Radios SRF. In dieser Funktion be­richtet er etwa über die UNO, NATO und EU – und damit z.B. auch über Russ­land-Sanktionen und die Genfer Syrien-Ver­hand­lungen.

Gsteiger begann seine journa­lis­tische Lauf­bahn Ende der 80er Jahre als Nahost-Redakteur bei der deutsch-trans­atlan­tischen Wochen­zeitung Die Zeit. Die Schwei­zer Neutra­lität war für ihn schon vor dem Ersten Irak­krieg 1991 ein »Konzept von gestern«, wirt­schaft­liche Neutralität ohnehin »gänz­lich über­holt«. Von 1997 bis 2001 war Gsteiger dann Chef­redakteur bei der Welt­woche. Unter seiner Leitung trat das Blatt »für den Bei­tritt der Schweiz zur NATO« ein, wie er in seinem Abschieds­artikel schrieb.

Damit kam Gsteiger 2002 zum Schweizer Radio. Be­schwer­den über eine ein­sei­tige Be­richt­er­stattung wurden von der Ombuds­stelle mehr­fach abge­lehnt. Und so be­tont Gsteiger auch heute noch die »vielen Koope­ra­tions­möglich­keiten« mit der NATO; be­dauert, dass die Russ­land-Sanktionen nicht ver­schärft werden; und weiß genau, wer in Syrien der Böse­wicht ist.

Update: 2019 erhält das SRF eine neue Russland-Korrespondentin – die zuvor beim amerikanischen Radio Free Europe arbeitete. (Foto oben: Gsteiger 2014 auf einer Jour­na­­listen-​Tour der US NATO-Mission.)


Idée suisse

Groß war der Auf­schrei in den Schweizer Medien, als Polen 2016 ein neues Medien­ge­setz erließ, welches die Er­nennung von Di­rek­toren des öffent­lichen Rundfunks der Regierung übertrug. Doch wie un­ab­hängig sind die öffentlichen Medien in der Schweiz?

Die Realität ist er­nüch­ternd: Obschon die Schwei­ze­rische Radio- und Fern­seh­ge­sell­schaft (SRG) gerne betont, dass sie als privater Verein orga­ni­siert ist, definiert der Bundesrat nicht nur die Sendekonzession, sondern ernennt auch meh­rere Ver­wal­tungs­rats­mit­glieder sowie alle Mit­glieder der obersten Pro­gramm­auf­sicht UBI.

Selbst der SRG-Präsi­dent wurde bis 2012 offiziell von der Landesregierung be­stimmt. Seit­her kommt ein un­durch­sich­tiges Pro­ce­dere zum Ein­satz, bei dem das Minis­terium vorab über die Kan­di­daten »infor­miert« wird. Dabei wurde das An­for­de­rungs­profil sowohl bei der Wahl des General­di­rektors 2010 wie auch bei der Wahl des Prä­si­denten 2016 noch während des Ver­fahrens ange­passt – und in beiden Fällen letzt­lich ein »Wunsch­kan­di­dat« des am­tie­renden Medien­mi­nis­ters gewählt.

Update: Auch die neue SRF-Direktorin wurde 2018 in einem erstaunlich intransparenten Ver­fah­ren bestimmt.


Medienaufsicht im Faktencheck

Die Ombudsstelle des SRF ist die erste Anlaufstelle für Programm­be­schwerden des Publi­kums. Doch wie un­vor­ein­ge­nommen und objektiv behandelt sie Beschwerden zu geo­po­li­tischen Themen?

Um dies zu über­prüfen, wurden während eines halben Jahres alle Schluss­be­richte zum Syrien­kon­flikt einem Fakten­check unter­zogen. Die Resul­tate sind bedenk­lich.

Zum Faktencheck →


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