Was ist Medienqualität?

2018 wurde die zweite Ausgabe des Schweizer Medien­qualitäts­rankings vorgestellt. Zuoberst fanden sich erneut die NZZ sowie einige SRF-Nach­rich­ten­for­mate. Stehen diese Resultate im Widerspruch zu unseren Untersuchungen, wonach gerade jene Medien eine besonders hohe Propaganda-Intensität aufweisen?

Keineswegs, denn das Qualitätsranking basiert auf rein formalen Kriterien wie Relevanz, Aktualität und Professionalität – woraus sich im Endeffekt eine weitgehend triviale Sortierung der Medien von boulevardesk bis bildungs­bürger­lich ergibt. Wer über den Syrienkrieg statt über Superstars berichtet und dazu noch den Experten vom NATO-Thinktank befragt, der schwingt im Ranking schon oben aus.

Das Qualitätsranking ist gut gemeint, die Autoren sorgen sich um den ökonomisch bedingten Niedergang der klassischen Medien und die Auswirkungen auf das Staatswesen. Doch für den kritischen Leser genügt ein solch formaler Ansatz längst nicht mehr – denn gefragt ist wahrhaftiger Journalismus, und nicht bloß Manipulation auf hohem Niveau.


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