SRF: Die Propaganda-Analyse

Das Schweizer Radio und Fern¬≠se¬≠hen (SRF) leistet mit seinen Nach¬≠rich¬≠ten- und In¬≠for¬≠ma¬≠tions¬≠sen¬≠dungen einen wich¬≠tigen Bei¬≠trag zur √∂ffent¬≠lichen Meinungs¬≠bildung in der Schweiz. Doch wie objektiv und kritisch be¬≠rich¬≠tet das SRF √ľber geo¬≠po¬≠li¬≠tische The¬≠men?

Um dies zu √ľber¬≠pr√ľ¬≠fen, wurde erst¬≠mals eine sys¬≠te¬≠ma¬≠tische Ana¬≠lyse der SRF-‚ÄčBe¬≠richt¬≠er¬≠stat¬≠tung zu einem geo¬≠po¬≠li¬≠tisch relevanten Ereig¬≠nis durch¬≠ge¬≠f√ľhrt.

Die Resul­tate sind alar­mie­rend: In allen unter­such­ten Bei­trä­gen des SRF wurden Pro­pa­ganda- und Mani­pu­la­tions­tech­niken auf re­dak­tio­nel­ler, sprach­licher und audio­vi­su­el­ler Ebene fest­ge­stellt.

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Das gew√ľnschte Narrativ

Bei geopolitischen Konflikten bestehen oftmals vordefinierte mediale Narrative. Was geschieht, wenn ein Schweizer Jour¬≠na¬≠list davon abweicht und √ľber die ¬Ľfalschen¬ę Themen be¬≠richtet?

Heute kaum noch vorstellbar, doch mitten im Bosnien¬≠krieg (1992-95) ver√∂ffentlichte der damalige Aus¬≠lands¬≠chef der Welt¬≠woche einen Artikel zu Kriegs¬≠l√ľgen in west¬≠lichen Medien.

Daraufhin geschah Folgendes:

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Warum der Tagi nichts verpasst

Ob Ukraine, Syrien oder Chi¬≠na: Der Z√ľrcher Tages-Anzeiger schreibt viele seiner Aus¬≠lands¬≠berichte nicht mehr selbst, sondern bezieht sie im Rah¬≠men einer ¬Ľumfassenden Ko¬≠ope¬≠ra¬≠tion¬ę von der S√ľd¬≠deut¬≠schen Zeitung.

Deren Au√üen¬≠politik¬≠chef z√§hlt indes zu den bekanntesten Trans¬≠at¬≠lan¬≠tikern Deutsch¬≠lands ‚Äď und ent¬≠spre¬≠chend le¬≠sen sich die Arti¬≠kel im Tagi. Aus dem ara¬≠bi¬≠schen Raum berichtet z.B. ein Absol¬≠vent des ameri¬≠ka¬≠ni¬≠schen Arthur-F.-Burns-Fellowship, aus Mos¬≠kau ein Ab¬≠g√§nger der Henri-Nannen-Schule.

√úber den Onlinedienst Newsnet werden Aus¬≠lands¬≠be¬≠rich¬≠te des Tagi zudem an andere Schwei¬≠zer Zei¬≠tungen wei¬≠ter¬≠ge¬≠reicht. Auf diese Weise er¬≠scheinen Beitr√§ge der S√ľd¬≠deutschen Zeitung via Tages¬≠-Anzeiger und Newsnet zu¬≠s√§tz¬≠lich im Berner Bund und der Basler Zeitung.

Seit 2015 ist der Tages¬≠-Anzeiger √ľber¬≠dies Teil der Leading European News¬≠paper Alliance (LENA). Zweck des Ver¬≠bunds ist die “Ent¬≠wick¬≠lung und der Aus¬≠tausch re¬≠dak¬≠tio¬≠neller In¬≠hal¬≠te” mit anderen LENA-‚ÄäMit¬≠glie¬≠dern wie Le Fi¬≠g¬≠aro, Die Welt, El Pa√≠s oder La Re¬≠pub¬≠blica.

Alle diese Zei¬≠tungen sind in das Bilder¬≠berg-Netz¬≠werk ein¬≠ge¬≠bun¬≠den ‚Äď kann es da noch √ľber¬≠raschen, dass auch LENA-‚ÄäRepor¬≠ta¬≠gen zumeist auf trans¬≠at¬≠lan¬≠tischer Linie sind?


Die NZZ-Studie

Die Neue Z√ľrcher Zeitung ist das Flagg¬≠schiff unter den Schweizer Tages¬≠zei¬≠tungen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ √ľber geo¬≠politische Konf‚ÄĆlikte?

Um dies zu be­ant­worten, wurde die Bericht­erstattung der NZZ zur Ukraine-Krise und zum Syrien­krieg während je eines Monats unter­sucht. Die Ergebnisse sind eindeutig.

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Der Propaganda-Multiplikator

Es ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Medien¬≠systems ‚Äď und dennoch in der √Ėf‚ÄĆfent¬≠lich¬≠keit nahezu unbekannt: Der gr√∂√üte Teil der inter¬≠na¬≠tio¬≠nalen Nach¬≠rich¬≠ten in all unseren Medien stammt von nur drei glo¬≠balen Nach¬≠rich¬≠ten¬≠agen¬≠turen aus¬†New York, London und Paris.

Die Schl√ľssel¬≠rolle dieser Agen¬≠turen be¬≠wirkt, dass west¬≠liche Medien zu¬≠meist √ľber die glei¬≠chen The¬≠men be¬≠richten und dabei sogar oftmals dieselben For¬≠mu¬≠lie¬≠rungen ver¬≠wenden.

Zu¬≠dem nutzen Re¬≠gie¬≠rungen, Mi¬≠li¬≠t√§rs und Ge¬≠heim¬≠dienste die glo¬≠balen Agen¬≠turen als Mul¬≠ti¬≠pli¬≠kator f√ľr die welt¬≠weite Ver¬≠brei¬≠tung ihrer Bot¬≠schaf‚ÄĆten. Die trans¬≠at¬≠lan¬≠tische Ver¬≠netzung der eta¬≠blier¬≠ten Medien ge¬≠w√§hr¬≠leis¬≠tet da¬≠bei, dass die ge¬≠w√ľn¬≠schte Sicht¬≠weise kaum hin¬≠ter¬≠fragt wird.

Eine Unter¬≠suchung der Syrien-Bericht¬≠er¬≠stat¬≠tung von je drei f√ľh¬≠ren¬≠den Tages¬≠zei¬≠tungen aus Deutsch¬≠land, √Ėster¬≠reich und der Schweiz illus¬≠triert diese Ef‚ÄĆfekte deutlich.

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Das gew√ľnschte Narrativ II

Im Dezember 2015 publi­zierte das News­portal Watson (AZ Medien) einen Artikel des lang­jährigen Tages­schau-Kor­res­pon­denten Hel­mut Sche­­ben zum Syrien­krieg. Scheben stellte den Krieg in einen geo­po­li­tischen Kontext und kri­ti­sierte die westliche Be­richt­er­stattung als einseitig und ma­ni­pu­la­tiv.

Der Artikel un­ter­schied sich deutlich von anderen Aus­lands­bei­trägen auf Watson, die meist vom deutsch-transatlantischen Content Partner Spiegel Online geliefert werden.

Keine zwei Tage sp√§ter ver√∂ffentlichte Watson jedoch einen aufgebrachten R√ľckruf, in dem sich das Portal vom Artikel distanzierte und Helmut Scheben w√ľst beschimpfte: Man sei auf einen “Putin-Troll” herein¬≠ge¬≠fallen, der wo¬≠m√∂glich in der “russischen Propaganda-Maschinerie” mit¬≠wirke. Auch Leser, die sich positiv zum ur¬≠spr√ľng¬≠lichen Artikel ge√§u√üert hatten, wurden als ¬ĽTrolle¬ę verun¬≠glimpft.

Wer oder was hat wohl hinter den Kulissen zu dieser selt¬≠samen Reak¬≠tion gef√ľhrt? Jeden¬≠falls wurde den hiesigen Journa¬≠listen damit einmal mehr in Er¬≠in¬≠nerung gerufen: Wer sich in der Schweiz nicht an das ge¬≠w√ľnschte Nar¬≠ra¬≠tiv h√§lt, ris¬≠kiert Ruf und Karriere.


Propaganda im Staatsauftrag?

Von den √∂f‚ÄĆfentlichen Rund¬≠funk¬≠an¬≠stalten er¬≠war¬≠tet das Pu¬≠bli¬≠kum eine aus¬≠ge¬≠wogene Bericht¬≠er¬≠stattung. Doch of‚ÄĆt ist ge¬≠rade dort der politische Druck be¬≠sonders hoch, sich an das trans¬≠at¬≠lan¬≠tische Narra¬≠tiv zu halten.

So haben Mitarbeiter der ARD gem√§√ü internen Memos Weisung, bei geo¬≠po¬≠li¬≠tischen Kon¬≠f‚ÄĆlik¬≠ten ¬Ľwest¬≠liche Posi¬≠tionen zu ver¬≠tei¬≠di¬≠gen¬ę, ver¬≠trau¬≠liche Sprach¬≠¬≠re¬≠¬≠ge¬≠lungen zu be¬≠fol¬≠gen und aus¬≠¬≠schlie√ü¬≠¬≠lich konforme Quellen zu ver¬≠wen¬≠den.

Beim ZDF machte der ehe¬≠ma¬≠lige Chef¬≠re¬≠dakteur publik, dass Bei¬≠tr√§ge zu US-Kriegen poli¬≠tisch be¬≠ein¬≠f‚ÄĆ‚ÄĆlusst werden. Nahost-Kor¬≠res¬≠pon¬≠dent Ulrich Tilgner be¬≠klagte re¬≠dak¬≠tio¬≠nelle Ein¬≠grif‚ÄĆfe aufgrund von ¬ĽB√ľnd¬≠nis¬≠r√ľck¬≠sich¬≠ten¬ę, und der vormalige Leiter des ZDF-Studios Bonn be¬≠st√§¬≠tig¬≠te ¬ĽAn¬≠wei¬≠sungen von oben¬ę und eine ¬Ľfrei¬≠willige Gleich¬≠schal¬≠tung¬ę der Jour¬≠na¬≠lis¬≠ten.

Auch das SRF verwendet diverse Mani¬≠pu¬≠lations¬≠tech¬≠niken zugunsten der Konflikt¬≠partei USA & NATO und thematisiert Propaganda stets nur auf der Gegenseite. Selbst vor dem Einsatz sub¬≠tiler Grusel¬≠musik in den Nach¬≠rich¬≠ten schreckt das SRF nicht zur√ľck, um Gegner der US-Allianz zu d√§mo¬≠ni¬≠sieren.

Programmbe¬≠schwer¬≠den sind indes chan¬≠cen¬≠los, denn: Beitr√§ge zu inter¬≠na¬≠tio¬≠nalen Kon¬≠flik¬≠ten m√ľssten “weder neutral noch ausgewogen” sein, und “die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die dem SRF vor¬≠wer¬≠fen, ein¬≠sei¬≠tig der US- und Nato-Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da zu er¬≠lie¬≠gen, be¬≠trei¬≠ben ihrer¬≠seits das Ge¬≠sch√§f‚ÄĆt der russischen Pro¬≠pa¬≠ganda” ‚Äď so die erstaun¬≠liche Ar¬≠gu¬≠men¬≠ta¬≠tion der Om¬≠buds¬≠stelle.


Der Korrespondent

Wie wird man Kor¬≠res¬≠pon¬≠dent beim Schwei¬≠zer Radio und Fern¬≠sehen? Fredy Gsteiger muss es wissen: Er ist stv. Chef¬≠redakteur, Auslands¬≠chef und diplo¬≠ma¬≠tischer Korres¬≠pon¬≠dent des Schwei¬≠zer Radios SRF. In dieser Funktion be¬≠richtet er etwa √ľber die UNO, NATO und EU ‚Äď und damit z.B. auch √ľber Russ¬≠land-Sanktionen und die Genfer Syrien-Ver¬≠hand¬≠lungen.

Gsteiger begann seine journa¬≠lis¬≠tische Lauf¬≠bahn Ende der 80er Jahre als Nahost-Redakteur bei der deutsch-trans¬≠atlan¬≠tischen Wochen¬≠zeitung Die Zeit. Die Schwei¬≠zer Neutra¬≠lit√§t war f√ľr ihn schon vor dem Ersten Irak¬≠krieg 1991 ein ¬ĽKonzept von gestern¬ę, wirt¬≠schaft¬≠liche Neutralit√§t ohnehin ¬Ľg√§nz¬≠lich √ľber¬≠holt¬ę. Von 1997 bis 2001 war Gsteiger dann Chef¬≠redakteur bei der Welt¬≠woche. Unter seiner Leitung trat das Blatt ¬Ľf√ľr den Bei¬≠tritt der Schweiz zur NATO¬ę ein, wie er in seinem Abschieds¬≠artikel schrieb.

Damit kam Gsteiger 2002 zum Schweizer Radio. Be¬≠schwer¬≠den √ľber eine ein¬≠sei¬≠tige Be¬≠richt¬≠er¬≠stattung wurden von der Ombuds¬≠stelle mehr¬≠fach abge¬≠lehnt. Und so be¬≠tont Gsteiger auch heute noch die ¬Ľvielen Koope¬≠ra¬≠tions¬≠m√∂glich¬≠keiten¬ę mit der NATO; be¬≠dauert, dass die Russ¬≠land-Sanktionen nicht ver¬≠sch√§rft werden; und wei√ü genau, wer in Syrien der B√∂se¬≠wicht ist.

Update: 2019 erh√§lt das SRF eine neue Russland-Korrespondentin ‚Äď die zuvor beim amerikanischen Radio Free Europe arbeitete. (Foto oben: Gsteiger 2014 auf einer Jour¬≠na¬≠¬≠listen-‚ÄčTour der US NATO-Mission.)


Der Kriegsreporter

Wie wird man in den Schweizer Medien zum ¬ĽNahost-Experten¬ę? Kurt Pelda muss es wissen: Von der Welt¬≠woche bis zum Schwei¬≠zer Fern¬≠se¬≠hen ist er der Mann, der die Ereig¬≠nisse in Sy¬≠ri¬≠en und Irak f√ľr das Publi¬≠kum ¬Ľein¬≠ord¬≠nen¬ę darf.

Pelda be¬≠glei¬≠tete schon in den 80er Jahren als junger Journa¬≠list die Mudschahedin im von den USA lancier¬≠ten Krieg gegen die afgha¬≠nische Regie¬≠rung, die mit Moskau verb√ľn¬≠det war. Nach Sta¬≠tionen bei der Financial Times und der NZZ bereist er heute als freier Journa¬≠list erneut Kriegs¬≠ge¬≠biete ‚Äď wie damals meist nur auf Seiten der US-unter¬≠st√ľtzten Milizen.

Ist diese Ein¬≠seitig¬≠keit ein Pro¬≠blem? Nicht f√ľr Pelda, denn er sei schlie√ü¬≠lich ‚Äď so erkl√§rte er in einem Interview ‚Äď ein ¬ĽMei¬≠nungs¬≠jour¬≠na¬≠list¬ę und ¬Ľkein objek¬≠ti¬≠ver Be¬≠obach¬≠ter¬ę, wes¬≠wegen Neutra¬≠li¬≠t√§t f√ľr ihn ¬Ľkeine Option¬ę ist; viel¬≠mehr gehe es ihm um ¬Ľgute Ge¬≠schich¬≠ten¬ę, f√ľr die die Medien zu zahlen be¬≠reit sind. Wer in diesen Ge¬≠schich¬≠ten die Guten sind ‚Äď und wer die B√∂sen ‚Äď d√ľrf‚ÄĆte dabei niemanden √ľber¬≠raschen.

Mit diesem Ansatz wurde Pelda 2014 zum ¬ĽJour¬≠na¬≠list des Jahres¬ę gek√ľrt. Andere Nahost-Ken¬≠ner, denen Objek¬≠ti¬≠vi¬≠t√§t und Neutra¬≠lit√§t wich¬≠ti¬≠ger sind als eine ¬Ľgute Ge¬≠schichte¬ę, kommen in Schwei¬≠zer Medien indes kaum noch zu Wort. Statt ¬Ľein¬≠ge¬≠ordnet¬ę wurde hier ‚Äď aus¬≠sor¬≠tiert.

Foto oben: Pelda in Syrien. (TW)


Die SRF-Rundschau hinterfragt

Die Rundschau ist das bekannteste Polit¬≠ma¬≠ga¬≠zin des Schweizer Fernsehens. Sie m√∂chte ¬Ľdie M√§chtigen hinterfragen¬ę ‚Äď doch geht’s um Geo¬≠po¬≠litik, so steht sie meist selbst auf deren Seite.

W√§hrend die ¬ĽBombenh√∂lle¬ę Aleppo ¬Ľf√§llt¬ę, wird Mossul ¬Ľbefreit¬ę ‚Äď von einem Familien¬≠vater, der gerne ¬ĽUS-Popmusik¬ę h√∂rt.

Vom ¬ĽGiftgasangriff¬ę bei Ghouta berichtet der ¬ĽAugen¬≠zeuge¬ę einer ¬ĽHilfs¬≠organisation¬ę ‚Äď wer diese finanziert, verr√§t die Rundschau nicht.

Beim ¬ĽVergessenen Krieg¬ę im Jemen werden prompt die saudischen Luftangriffe ¬Ľvergessen¬ę ‚Äď und deren westliche Unterst√ľtzung ebenso.

Putin indes hege ¬ĽExpansionsgel√ľste¬ę und f√ľh¬≠re einen ¬ĽInformationskrieg¬ę, seine Angriffe auf den Westen seien bereits ¬Ľmehrfach be¬≠legt¬ę ‚Äď doch statt Fakten folgen finstere Sound¬≠effekte.

Schon der Gr√ľnder der Rundschau und sp√§tere Leiter der Tagesschau nahm an der Konferenz der trans¬≠atlantischen Elite teil ‚Äď ob man dort lernt, die M√§chtigen zu hinterfragen?


Der Schweizer Presserat

Der Schweizer Presse¬≠rat nimmt Be¬≠schwer¬≠den zu Me¬≠dien¬≠be¬≠rich¬≠ten ent¬≠ge¬≠gen und pr√ľft, ob die Beitr√§ge seinen Richt¬≠linien ent¬≠spre¬≠chen.

Aller¬≠dings besteht das Gre¬≠mium selbst aus 15 Jour¬≠na¬≠listen und nur sechs Pub¬≠li¬≠kums¬≠ver¬≠tre¬≠tern ‚Äď und auch diese werden von einem Stif‚ÄƬ≠tungs¬≠rat er¬≠nannt, der g√§nz¬≠lich von Medien¬≠orga¬≠ni¬≠sa¬≠tionen kon¬≠trol¬≠liert wird.

Das Resultat ist naheliegend. Im Som¬≠mer 2014 wurde etwa eine Be¬≠schwerde gegen die no¬≠to¬≠risch ein¬≠sei¬≠tige Ukraine-Bericht¬≠er¬≠stattung der NZZ ein¬≠ge¬≠legt. Ganze zwei Jahre sp√§ter kam der Presse¬≠rat zu seinem Verdikt: Die Rich¬≠tig¬≠keit der NZZ-‚ÄäDar¬≠stel¬≠lung stehe ¬Ľau√üer Frage¬ę, denn auf ¬Ľamt¬≠liche Ver¬≠laut¬≠ba¬≠rungen und Agen¬≠tur¬≠mel¬≠dungen¬ę sei ¬ĽVerlass¬ę, w√§hrend russische Quel¬≠len weder glaub¬≠haf‚ÄĆt noch erforderlich w√§ren; Kom¬≠men¬≠tare m√ľss¬≠ten nicht auf Fak¬≠ten ba¬≠sie¬≠ren, Ge¬≠gen¬≠mei¬≠nungen ein¬≠zu¬≠holen sei ¬Ľun¬≠√ľb¬≠lich¬ę, und an den Aus¬≠f√ľh¬≠rungen der NZZ zu ¬ĽKreml-‚ÄäTrollen¬ę sei ¬Ľnicht zu zwei¬≠feln¬ę. Be¬≠schwerde ab¬≠ge¬≠lehnt.

Pikant: Einige der be¬≠ur¬≠teil¬≠ten Ar¬≠tikel stam¬≠mten von einem NZZ-Redak¬≠teur, der selbst im Stif‚ÄƬ≠tungs¬≠rat des Gremiums sitzt ‚Äď und inzwischen wurde der damalige NZZ-Chef gar zu dessen Pr√§¬≠si¬≠denten ernannt. Beim Presse¬≠rat nennt man dies ¬ĽSelbst¬≠re¬≠gu¬≠lierung¬ę…


Die Grenzen der Pressefreiheit

Der Schweizer Presseclub in Genf genie√üt einen ausgezeichneten Ruf: Seit seiner Gr√ľndung hat er √ľber zweitausend Anl√§sse mit illustren Rednern von Fidel Castro bis Henry Kissinger und von Jean Ziegler bis Klaus Schwab organisiert.

Doch f√ľr Ende November 2017 war ein Vortrag angek√ľndigt, der sich kritisch mit den in west¬≠li¬≠chen Medien popul√§ren Syrischen Wei√ü¬≠helmen befassen wollte. Daraufhin geschah Folgendes:

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Propaganda in der Wikipedia

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist ein integraler Bestandteil des transatlantischen Medien- und Informationssystems. In der folgenden Analyse werden zentrale Aspekte ihrer Organisationsstruktur, Funktionsweise und Manipulation dargestellt.

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Medienaufsicht im Faktencheck

Die Ombudsstelle des SRF ist die erste Anlaufstelle f√ľr Programm¬≠be¬≠schwerden des Publi¬≠kums. Doch wie un¬≠vor¬≠ein¬≠ge¬≠nommen und objektiv behandelt sie Beschwerden zu geo¬≠po¬≠li¬≠tischen Themen?

Um dies zu √ľber¬≠pr√ľfen, wurden w√§hrend eines halben Jahres alle Schluss¬≠be¬≠richte zum Syrien¬≠kon¬≠flikt einem Fakten¬≠check unter¬≠zogen. Die Resul¬≠tate sind bedenk¬≠lich.

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Der Atlantic Council

Der Atlantic Council ist bekannt f√ľr sein En¬≠ga¬≠ge¬≠ment gegen NATO-kritische ¬ĽDes¬≠in¬≠for¬≠ma¬≠tion¬ę, seine Kooperation mit Facebook, die zur L√∂¬≠schung diverser Seiten f√ľhrte, sowie seine Ein¬≠wir¬≠kungen auf die eu¬≠ro¬≠p√§¬≠ische Au√üen¬≠politik. Doch wer ist der Atlantic Council?

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Die WOZ und die Weltpolitik

¬ĽLinksalternativ¬ę und doch NATO-konform? Die WOZ zeigt wie‚Äôs geht: In Syrien etwa h√§tten ein paar Graffiti¬≠sprayer eine marxis¬≠tisch ange¬≠hauchte ¬ĽRevo¬≠lution¬ę junger Idealisten und frommer Gottes¬≠krieger ausgel√∂st, w√§hrend ¬Ľdas Regime¬ę einen Krieg vom Zaun brach und mit ¬ĽFass¬≠bomben¬ę Kranken¬≠h√§user bombar¬≠dierte, sodass selbst eine NATO-Inter¬≠vention ¬Ľdas kleinere √úbel¬ę sei.

NATO-Kritiker Ganser hingegen biete eine ¬ĽPlattform f√ľr rechte Ver¬≠schw√∂¬≠rungs¬≠theo¬≠retiker¬ę, und Wiki¬≠leaks ‚Äď an der Nieder¬≠lage Clintons mitschuldig ‚Äď produziere ¬Ľalter¬≠native Fakten¬ę f√ľr die ¬ĽNeurechten¬ę. Auch vor ¬Ľalter¬≠na¬≠tiven Medien¬ę wird gewarnt: Diese ¬Ľbedienen unverbl√ľmt Ver¬≠schw√∂rungs¬≠theorien oder ver¬≠breiten rechte Propaganda¬ę.

Wer die Global¬≠isierung unvor¬≠sichtig kriti¬≠siert, sei wom√∂glich ein verkappter ¬ĽRechts¬≠nationa¬≠list¬ę, und bei der Wachs¬≠tums¬≠politik des IWF d√ľrfe man ¬Ľnicht zu dogma¬≠tisch sein¬ę, denn es gelte, ¬Ľden Kapita¬≠lismus vor der Rechten zu retten¬ę. Selbst die Schweizer Neutra¬≠lit√§t ist irgendwie ¬Ľrechts¬ę.

Medien­historisch erinnert die WOZ damit ein wenig an jene CIA-finanzierten Publika­tionen, die während des Kalten Krieges die potentiell kritische Linke auf US-Kurs zu bringen versuchten. Und offenbar wird geo­poli­tische Konfor­mität auch heute noch honoriert: Etwa mit ganz­seitigen Farb­inseraten von Amnesty Inter­national, die in der WOZ den Sturz von Washingtons Feinden bewerben.


Was ist Medienqualität?

2018 wurde die zweite Ausgabe des Schweizer Medien­qualitäts­rankings vorgestellt. Zuoberst fanden sich erneut die NZZ sowie einige SRF-Nach­rich­ten­for­mate. Stehen diese Resultate im Widerspruch zu unseren Untersuchungen, wonach gerade jene Medien eine besonders hohe Propaganda-Intensität aufweisen?

Keineswegs, denn das Qualit√§tsranking basiert auf rein formalen Kriterien wie Relevanz, Aktualit√§t und Professionalit√§t ‚Äď woraus sich im Endeffekt eine weitgehend triviale Sortierung der Medien von boulevardesk bis bildungs¬≠b√ľrger¬≠lich ergibt. Wer √ľber den Syrienkrieg statt √ľber Superstars berichtet und dazu noch den Experten vom NATO-Thinktank befragt, der schwingt im Ranking schon oben aus.

Das Qualit√§tsranking ist gut gemeint, die Autoren sorgen sich um den √∂konomisch bedingten Niedergang der klassischen Medien und die Auswirkungen auf das Staatswesen. Doch f√ľr den kritischen Leser gen√ľgt ein solch formaler Ansatz l√§ngst nicht mehr ‚Äď denn gefragt ist wahrhaftiger Journalismus, und nicht blo√ü Manipulation auf hohem Niveau.


Die Propaganda-Matrix

Ob Russland, Syrien oder Donald Trump: Um die geopolitische Bericht¬≠erstattung westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schl√ľssel¬≠rolle des amerikanischen Council on Foreign Relations (CFR) kennen.

In der folgenden Studie wird erstmals dargestellt, wie der CFR einen in sich weitgehend geschlossenen, trans­atlantischen Informations­­kreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugs­punkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partner­­organisationen kontrolliert werden.

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informations¬≠¬≠matrix, die klassischer Regierungs¬≠propaganda autorit√§rer Staaten deutlich √ľberlegen ist, indes durch den Erfolg unabh√§ngiger Medien zunehmend an Wirksamkeit verliert.

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