Die Konferenz

Die großen Schweizer Medien­­häuser sind in geo­poli­tische Netz­werke ein­ge­bun­den: So nehmen die wichtigsten Schweizer Verleger und Chef­redakteure im Turnus an der jähr­lichen Bilderberg-Konferenz teil, wo sie im privaten Rahmen auf die trans­atlan­tische Elite aus Wirt­schaf‌t, Politik und Militär treffen.

Teilnehmer seit 1991 (siehe Info­grafik):

Auch der journa­lis­tische Nach­wuchs wird ge­för­dert: Sowohl der 10vor10-​Mode­ra­tor des SRF wie auch der NZZ-Korres­pon­dent für die EU & NATO wurden von der Ameri­can Swiss Foun­da­tion zu »Young Leaders« ernannt – und neh­men in dieser Rolle an exklu­siven Dinners mit hoch­rang­igen US-Ver­tre­tern teil.

Foto: Bilder­berg-Meeting 2011 in St. Moritz.


Die NZZ-Studie

Die Neue Zürcher Zeitung ist das Flagg­schiff unter den Schweizer Tages­zei­tungen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ über geo­politische Konf‌likte?

Um dies zu be­ant­worten, wurde die Bericht­erstattung der NZZ zur Ukraine-Krise und zum Syrien­krieg während je eines Monats unter­sucht. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Zur NZZ-Studie →


Der Schweizer Presserat

Der Schweizer Presse­rat nimmt Be­schwer­den zu Me­dien­be­rich­ten ent­ge­gen und prüft, ob die Beiträge seinen Richt­linien ent­spre­chen.

Aller­dings besteht das Gre­mium selbst aus 15 Jour­na­listen und nur sechs Pub­li­kums­ver­tre­tern – und auch diese werden von einem Stif‌­tungs­rat er­nannt, der gänz­lich von Medien­orga­ni­sa­tionen kon­trol­liert wird.

Das Resultat ist naheliegend. Im Som­mer 2014 wurde etwa eine Be­schwerde gegen die no­to­risch ein­sei­tige Ukraine-Bericht­er­stattung der NZZ ein­ge­legt. Ganze zwei Jahre später kam der Presse­rat zu seinem Verdikt: Die Rich­tig­keit der NZZ- Dar­stel­lung stehe »außer Frage«, denn auf »amt­liche Ver­laut­ba­rungen und Agen­tur­mel­dungen« sei »Verlass«, während russische Quel­len weder glaub­haf‌t noch erforderlich wären; Kom­men­tare müss­ten nicht auf Fak­ten ba­sie­ren, Ge­gen­mei­nungen ein­zu­holen sei »un­üb­lich«, und an den Aus­füh­rungen der NZZ zu »Kreml- Trollen« sei »nicht zu zwei­feln«. Be­schwerde ab­ge­lehnt.

Pikant: Einige der be­ur­teil­ten Ar­tikel stam­mten von einem NZZ-Redak­teur, der selbst im Stif‌­tungs­rat des Gremiums sitzt – und inzwischen wurde der damalige NZZ-Chef gar zu dessen Prä­si­denten ernannt. Beim Presse­rat nennt man dies »Selbst­re­gu­lierung«…


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