Der Kriegsreporter

Wie wird man in den Schweizer Medien zum ¬ĽNahost-Experten¬ę? Kurt Pelda muss es wissen: Von der Welt¬≠woche bis zum Schwei¬≠zer Fern¬≠se¬≠hen ist er der Mann, der die Ereig¬≠nisse in Sy¬≠ri¬≠en und Irak f√ľr das Publi¬≠kum ¬Ľein¬≠ord¬≠nen¬ę darf.

Pelda be¬≠glei¬≠tete schon in den 80er Jahren als junger Journa¬≠list die Mudschahedin im von den USA lancier¬≠ten Krieg gegen die afgha¬≠nische Regie¬≠rung, die mit Moskau verb√ľn¬≠det war. Nach Sta¬≠tionen bei der Financial Times und der NZZ bereist er heute als freier Journa¬≠list erneut Kriegs¬≠ge¬≠biete ‚Äď wie damals meist nur auf Seiten der US-unter¬≠st√ľtzten Milizen.

Ist diese Ein¬≠seitig¬≠keit ein Pro¬≠blem? Nicht f√ľr Pelda, denn er sei schlie√ü¬≠lich ‚Äď so erkl√§rte er in einem Interview ‚Äď ein ¬ĽMei¬≠nungs¬≠jour¬≠na¬≠list¬ę und ¬Ľkein objek¬≠ti¬≠ver Be¬≠obach¬≠ter¬ę, wes¬≠wegen Neutra¬≠li¬≠t√§t f√ľr ihn ¬Ľkeine Option¬ę ist; viel¬≠mehr gehe es ihm um ¬Ľgute Ge¬≠schich¬≠ten¬ę, f√ľr die die Medien zu zahlen be¬≠reit sind. Wer in diesen Ge¬≠schich¬≠ten die Guten sind ‚Äď und wer die B√∂sen ‚Äď d√ľrf‚ÄĆte dabei niemanden √ľber¬≠raschen.

Mit diesem Ansatz wurde Pelda 2014 zum ¬ĽJour¬≠na¬≠list des Jahres¬ę gek√ľrt. Andere Nahost-Ken¬≠ner, denen Objek¬≠ti¬≠vi¬≠t√§t und Neutra¬≠lit√§t wich¬≠ti¬≠ger sind als eine ¬Ľgute Ge¬≠schichte¬ę, kommen in Schwei¬≠zer Medien indes kaum noch zu Wort. Statt ¬Ľein¬≠ge¬≠ordnet¬ę wurde hier ‚Äď aus¬≠sor¬≠tiert.

Foto oben: Pelda in Syrien. (TW)


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