Monatshinweise Januar 2020

Hinweise zu Geopolitik und Propaganda.

Multipolar: Ein neues Geopolitik-Magazin namens Multipolar ist gestartet. Die ersten drei Beiträge befassen sich mit Douma, Julian Assange, und der Historisierung des Ukraine-Konflikts.

Ukraine: Der französische Geopolitik-Analyst Olivier Berruyer (Les Crises) hat eine mehrteilige Doku (EN/FR) zu den tatsächlichen Hintergründen der Ukraine-Affäre veröffentlicht – Hintergründe, die von Transatlantik-Medien erwartungsgemäß weitestgehend verschwiegen oder verdreht werden. Der Link zur Doku wurde von Facebook denn auch folgerichtig umgehend gesperrt.

Soziale Medien: Die vom Atlantic Council koordinierte Löschung kritischer Medien und Journalisten auf US-Plattformen schreitet weiter voran. Betroffen sind stets jene, die imperialen Ambitionen im Wege stehen: Innerhalb des NATO-Raumes primär »linke« Kriegskritiker und »rechte« Migrations­kritiker, außerhalb der NATO vorwiegend regierungsnahe Medien unabhängiger Staaten (Iran etc.)

Zweiter Weltkrieg: Putin will »Geschichtsfälschern das Maul stopfen«. Er könnte beispielsweise bei sich selbst anfangen, denn die sowjetische Propaganda zum Zweiten Weltkrieg steht der angel­säch­sischen kaum nach. Die beiden Konflikt- und Siegerparteien können sich bei diesem Thema jedoch ausnahmsweise nicht gegenseitig kritisieren, ohne sich selbst ein Bein zu stellen.

Nachrichtenagenturen: Reuters wurde im Kalten Krieg von einer anti-sowjetischen Propaganda­einheit des britischen Geheimdienstes über die BBC verdeckt finanziert. Wer hätte es gedacht?

MH17-Abschuss: Der Blattmacher des Schweizer BLICK weiß, »wer es war und wer das vom ersten Tag bis heute vertuschen will.« (Tipp: Russland) Wirklich wissen tut man bisher nur, dass Audio­auf­nahmen manipuliert und Radarbilder unterschlagen wurden, siehe MH17: Call for Justice (DE).

Afrika: Operation Kony: US-Beutezug in Afrika. Eine ARTE-Doku zur Operation Kony von 2012.

Österreich: Das Magazin Free21 hat die SPR-Recherche zum Ibiza-Coup als Printversion publiziert.

Inzwischen ist bekannt, dass die an der Operation beteiligten Hauptakteure Informanten von in- und ausländischen Behörden und Diensten waren, darunter der »Detektiv«, der Lockvogel (beide inzwischen untergetaucht oder von Behörden geschützt) und weitere Helfer. Mehrere dieser Akteure waren (oder sind) in Drogenkriminalität und professionelle Erpressungen involviert.

Außerdem wurde bekannt, dass das Video 2017 u.a. George Soros angeboten wurde, dem bekannten Russland­kritiker, Migrations­befürworter, Gründer des European Council on Foreign Relations (in dem Kanzler Kurz Mitglied ist), sowie Sponsor des ICIJ-Journalisten-Netzwerks, zu dem auch Spiegel und Süddeutsche gehören, die das Video 2019 letztlich veröffentlichten.

Schließlich wurde noch bekannt, dass sich sogar der stets um Aufklärung bemühte deutsche BND höchstselbst in die (bisher ergebnislosen) Ibiza-Ermittlungen eingeschaltet habe.

Aus geopolitischer Sicht gilt: Nationalisten sind dort nützlich, wo sie den gegnerischen Machtraum fragmentieren (Beispiel Ukraine oder Taiwan), aber dort schädlich, wo sie den eigenen Machtraum fragmentieren (Beispiel Ungarn oder eben Österreich).

Die Darstellung in NATO-konformen Medien folgt exakt dieser Logik: SS-Nachfolge-Bataillone in der Ostukraine sind gut, zentraleuropäische EU-Skeptiker hingegen schlecht. So einfach ist das.

Musikhinweis: »Die Mafia« (2013) und »Spieglein, Spieglein« (2010) der Gruppe Die Bandbreite. Letzterer Song immerhin acht Jahre vor dem Relotius-Skandal. Relotius, der als einziger Journalist den legendären Graffiti-Jungen »interviewte«, der den Syrienkrieg ausgelöst haben soll…


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