Im freien Fall

»Steckt doch der Bush-Clan dahinter?«, fragte der Schweizer BLICK am 15. September 2006 auf seiner Titelseite (siehe Abbildung). Vor solchen Fragen dürfte indes eher der Schweizer Bundesrat zittern als der »Bush-Clan«. Die Schlagzeile blieb denn auch eine denkwürdige Ausnahme.

Zuletzt veröffentlichte die BZB einen, für Kenner, durchaus aufschlussreichen Text zur Thematik. Der publizistische Leiter des Autors hatte bereits den bemerkenswerten Ganser-Tweet eines Schweizer Partei­präsi­denten geliked (siehe Box).

Zum Thema Journalismus und 9/11 empfeh­lens­wert ist zudem der Essay des langjährigen deutschen Reporters Wolf Reiser, der notiert: »Wer die Nagelprobe der abgespalteten Identität nicht bestand, konnte seine Karriere als fester wie freier Journalist beenden.«

Es bleibt die Frage, ob jene, die von trans­atlan­tischen Medien Kritik an trans­atlan­tischer Propaganda erwarten, nicht bereits auf ebendiese Propaganda hereingefallen sind.

Blick vom 15. September 2006
Der BLICK vom 15. September 2006

 

Dr. Ganser und der Parteipräsident

Der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser verwies zuletzt auf eine neue Studie eines US-Professors zum Einsturz des Gebäudes WTC7 am 11. September 2001 und schrieb dazu: »Jetzt sage ich erstmals: WTC7 wurde gesprengt.«

Der Präsident einer der größten politischen Parteien der Schweiz geriet dadurch so sehr in Rage, dass er gleich mehrere Tweets absetzte, in denen er u.a. von »pietätslosen Wirrköpfen«, »grenzenloser Dummheit«, »Aluhüten«, »Verschwörungs­theoretikern« und den ominösen »Flacherdlern« sprach.

Die Tweets des Parteipräsidenten wurden u.a. geliked vom ehemaligen CEO der NZZ-Gruppe, dem Publizistikleiter von CH Media, einem Redaktionsleiter von Tamedia, dem Blattmacher des Blick, zahlreichen weiteren Schweizer Journalisten, mehreren Nationalräten und National­rats­kandidaten diverser Parteien, einem Parteisekretär, sowie einem Vorstandsmitglied von Economiesuisse.


Publiziert: September 2019

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