Deutschland: Worum es geht

Worum geht es bei der Medien­­bericht­­erstattung über die AFD? Mit den klassischen politischen Kategorien lässt sich diese Frage nicht beantworten.

Denn es geht, einmal mehr, um Geo- und Macht­politik. Professor Max Otte, Mitglied der Atlantik­brücke, des American Council on Ger­ma­ny, und der CDU-Werteunion, erklärt es in einem Satz: »Die Souve­rä­­nitäts­­frage ist auch das, was letztlich die AFD von der CDU unterscheidet.«

Tatsächlich lehnt die AFD in etwa jeden Aspekt des transatlantischen Konsensus ab: von der angel­säch­sischen Histori­sierung des Zweiten (und Ersten) Weltkriegs, über die moderne anti-russische Ausrichtung, bis hin zur geo­öko­no­misch motivierten Migrationspolitik.

»Rechte« glauben, Transatlantik-Medien seien »links« geworden; »Linke« glauben, Trans­at­lan­tik-Medien seien wenigstens in der AFD-Frage ehrlich. Beide könnten falscher nicht liegen.

Die NZZ (und der deutsche Staatsschutz) glau­ben, man werde der AFD schon den Flügel stu­t­zen und sie ins transatlantische System ein­bin­den können, wie ehedem bei den Grünen.

Russland glaubt, ein geopolitisch unab­hängi­ge­res Deutschland sei wohl zum eigenen Vorteil.

Was glaubt Friedrich Merz? Und was, der Leser? Er möge, jedenfalls, genau lesen.

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Februar 2020

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